05:50 27 Oktober 2020
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    Wegen eines ziemlich zweideutigen Satzes während seiner Parteitagsrede am Samstag hat FDP-Chef Christian Lindner Chauvinismus-Vorwürfe einstecken müssen. Daraufhin versuchte der Politiker, seine Worte zu erklären.

    In seiner Rede wollte Lindner unter anderem die von ihm geschasste FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg würdigen – doch das ging nach hinten los.

    „Ich denke gern daran, Linda, dass wir in den vergangenen 15 Monaten ungefähr 300 Mal den Tag zusammen begonnen haben“, sagte der FDP-Chef und erntete mit diesem Satz vereinzelte Lacher im Saal – seine Worte wurden von manchen offenbar als eine anzügliche Anspielung aufgefasst.

    Lindner reagierte darauf mit Augenrollen: Er habe das gar nicht so gemeint. „Ich spreche über unser tägliches morgendliches Telefonat zur politischen Lage, nicht, was ihr jetzt denkt.“

    Doch die Aussage, die möglicherweise als Witz gemeint war, kam bei einigen Politikern gar nicht gut an. So twitterte Renate Künast von den Grünen: „Ist das schrecklich!“. Die Bundessprecherin der Grünen Jugend, Anna Peters, warf Lindner "Chauvinismus par excellence" vor. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz formulierte in Anspielung an Lindners Absage an die Jamaika-Koalition: „Es ist besser, nicht Witze zu machen, als falsch Witze zu machen.“ 

    Der CDU-Abgeordnete Matthias Hauer twitterte unter Anspielung auf das diesjährige FDP-Parteitagsmotto: "#MissionAltherrenwitz statt #MissionAufbruch."

    Lindner bittet um Nachsicht

    „Ich bitte um Nachsicht", twitterte Lindner später am Abend. Die Erwähnung der morgendlichen Telefongespräche mit Teuteberg sei kein Witz gewesen. Der FDP-Chef sprach von einem Missverständnis. „Einmal auf Twitter bitte für den Angeklagten.“ 

    Teuteberg selbst äußerte sich bislang nicht zu der Angelegenheit.

    Auf dem Parteitag am vergangenen Samstag in Berlin wurde der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing mit 82,76 Prozent der Stimmen zum FDP-Generalsekretär gewählt.

    ta/gs

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    Tags:
    Sexismus, FDP, Christian Lindner