04:51 27 Oktober 2020
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    Der US-Sonderbeauftragte für Rüstungskontrolle, Marshall Billingslea, hat die Bereitschaft der Vereinigten Staaten bekundet, mit Russland Verhandlungen über Rüstungsfragen zu führen. Laut Billingslea soll jedoch bislang kein Angebot aus Moskau eingegangen sein.

    „Wir sind bereit, mit Russland in jeder Frage, welche für es von Belang ist, Gespräche zu führen. Bislang haben wir von der russischen Seite keine konkreten Angebote zu den Raketenabwehrsystemen erhalten“, sagte Billingslea dem russischen Blatt „Kommersant“.

    „Von unserer Seite aus kann ich sagen, dass wir die Bestückung von Abwehrraketen mit Atomsprengköpfen für keine so tolle Idee halten. Mit anderen Worten, wir haben ebenfalls eine Meinung dazu, was Russland in diesem Bereich unternimmt. Wir sind bereit zu Gesprächen hinsichtlich der Raketenabwehrsysteme, beabsichtigen jedoch nicht hier irgendwelche Einschränkungen einzuführen“, sagte der US-Sonderbeauftragte für Rüstungskontrolle.

    Die USA waren im vergangenen Jahr aus dem INF-Vertrag über das Verbot bodengestützter Kurz- und Mittelstreckenraketen ausgestiegen und begründeten dies mit wiederholten Verstößen auf russischer Seite. Moskau wies jegliche Anschuldigungen zurück und erklärte sich bereit, die umstrittene Rakete vorzuführen und das Thema im Detail zu erörtern. Die USA lehnten dies ab und kündigten den INF-Vertrag einseitig auf.

    Moderniesieriung von US-Atomwaffen

    Billingslea nahm unter anderem Bezug auf den auslaufenden New-Start-Vertrag zwischen den USA und Russland.

    „Ich denke, dass, wenn wir bis dahin nicht vorwärtskommen, wir eine Reihe neuer Bedingungen haben werden, auf denen wir beharren werden. Aber vorerst gilt unser Angebot in der Form, in der wir es gemacht haben“, sagte er und betonte, Washington könnte schon bereits morgen dieses Abkommen schließen.

    Ferner betonte der US-Sonderbeauftragte, dass die USA keine Angst vor einer möglichen Absage Russlands bei der Verlängerung des New-Start-Vertrags hätten.

    „Wir wollen unsere nuklearen Kapazitäten erneuern. Russland hat im Grunde die Modernisierung seines Atomarsenals abgeschlossen. Wir stehen erst am Anfang. Und wir wären äußerst froh darüber, dies ohne die im New-Start-Vertrag vorgesehen Einschränkungen durchführen zu können“, so Billingslea abschließend.

    Der New-Start-Vertrag – der heute einzig gültige Vertrag zwischen Russland und den USA zur Reduzierung und Begrenzung strategischer Waffen – läuft am 5. Februar 2021 ab. Russlands Staatschef Wladimir Putin hat vorgeschlagen, den Vertrag um fünf Jahre ohne Vorbedingungen zu verlängern. Die US-Administration wiederum bestand darauf, China in die Verhandlungen einzubeziehen. Peking lehnte dies ab.

    mka/sna/gs

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    Tags:
    Russland, USA, New-Start-Vertrag, Raketenabwehr