12:54 28 Oktober 2020
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    Das griechische Blatt „Dimokratia“ hat sich in Bezug auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan eine unverschämte Überschrifft auf seiner Titelseite geleistet. Erdogan ließ sich das nicht gefallen und hat gegen die Zeitung Klage wegen Beleidigung eingereicht.

    Darüber berichtete die türkische Zeitung „Yeni Safak“. Demnach erschien die Ausgabe am 18. September. Auf der Titelseite soll die türksiche Überschrift „S****r git, Mr. Erdogan „(zu Deutsch – Verpiss dich, Mister Erdogan) geprangt haben. Für Leser, die kein Türkisch verstehen, gab es eine Anmerkung mit Übersetzung.

    Ankara wurde auf den Artikel sofort aufmerksam und bekundete entschieden Protest. Die Anwälte wollen die Zeitung nun wegen „öffentlicher Beleidigung des Präsidenten“ verklagen.

    „Der in Bezug auf unseren Präsidenten verwendete Ausdruck in der Zeitung demonstriert den abscheulichsten Niedergang der Sitten. Und wenn man die Gleichgültigkeit der griechischen Gesellschaft in Betracht zieht, wird klar, dass dieser Niedergang über die Grenzen marginaler Schichten hinausgeht“, heißt es in der Klage, welche die Anwälte bei der türkischen Staatsanwaltschaft eingereicht haben.

    Beleidigungen seien die „Sprache jener, die keine anderen Worte finden können, und stellen eine Schande für denjenigen dar, der sie auspricht, und nicht für den, gegen den sie gerichtet sind“, hieß es ferner.  

    Unvereinbar mit Meinungsfreiheit

    Wie der türksiche Außenminister Mevlut Cavusoglu mitteilte, wurde am vergangenen Freitag der griechischen Botschafter wegen der beleidigenden Überschrift ins türkische Außenministerium einbestellt. Cavusoglu betonte, dass sich dieser Vorfall nicht mit der Meinungsfreiheit rechtfertigen lasse.

    Der griechische Regierungsprecher Stelios Petsas nahm dazu Stellung und verurteilte die Veröffentlichung. Ihm zufolge sind beileidigende Ausdrücke unvereinbar mit den Werten der griechischen Gesellschaft.

    mka/gs

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    Tags:
    Griechenland, Recep Tayyip Erdogan, Medien, Beleidigung