07:31 27 Oktober 2020
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    Die deutsche Bundesregierung hat am Mittwoch ausdrücklich begrüßt, dass die Türkei und Griechenland sich bereiterklärt haben, den Streit über Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer im Dialog zu lösen.

    Damit werden die von Zypern angestrebten EU-Sanktionen gegen die Türkei in weite Ferne gerückt.

    „Die Wiederaufnahme der Gespräche ist ein wichtiger Schritt für das bilaterale Verhältnis zwischen den Nato-Partnern, aber auch insgesamt für die Stabilität der Region und für die europäisch-türkischen Beziehungen“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Regierungssprecher Steffen Seibert.

    Es sei nun wichtig, dass die vor vier Jahren unterbrochenen Gespräche zwischen Athen und Ankara bald starteten.

    Streit um Erdgasfelder

    Im östlichen Mittelmeer eskaliert seit Wochen der Streit zwischen Griechenland und Zypern einerseits und der Türkei andererseits um Erdgas in dem Seegebiet.

    Griechenland bezichtigt die Türkei, vor griechischen Inseln illegal Vorkommen zu erkunden. Die Regierung in Ankara weist die Vorwürfe hingegen zurück und vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer, in denen probeweise nach Erdgas gebohrt wird, zum türkischen Festlandsockel gehören.

    Wegen des Konflikts hatte Zypern Sanktionen gegen Ankara verlangt und deshalb auch EU-Sanktionen gegen Weißrussland blockiert. Das Thema soll auf dem auf kommende Woche verschobenen EU-Gipfel der 27 EU-Staats- und Regierungschefs besprochen werden.

    Berlin hatte aber schon zuvor dafür plädiert, vor Sanktionen diplomatische Vermittlungsschritte zu gehen. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte deshalb in ihrer Funktion als derzeitige EU-Ratsvorsitzende im Hintergrund mit allen drei Seiten verhandelt.

    Zypernfrage

    Die Insel Zypern ist seit einer türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Im Norden wurde mit türkischer Hilfe eine Türkische Republik Nordzypern eingerichtet, die jedoch nur von Ankara anerkannt wird. Dort sind auch türkische Truppen stationiert. Die Gesamtinsel wird als Republik Zypern international anerkannt und ist seit 2004 EU-Mitglied.

    mo/mt/rtr

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