08:42 27 Oktober 2020
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    US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat Amtsinhaber Donald Trump der Lüge bezichtigt und ihn mit dem Drahtzieher der Nazi-Propagandamaschine Joseph Goebbels verglichen.

    Bei einem am Samstag ausgestrahlten Interview des TV-Senders MSNBC wurde Biden unter anderem an Trumps Behauptungen erinnert, Biden sei ein Sozialist.

    „Er ist so in etwa wie Goebbels. Man erzählt eine Lüge lange genug, wiederholt sie, wiederholt sie, wiederholt sie – und sie gilt als Allgemeinwissen“, äußerte Biden als Reaktion.

    Goebbels war in der NS-Zeit einer der engsten Vertrauten von Adolf Hitler und ein Wegbereiter des Holocaust.

    Der Präsident benutze die Sozialismus-Vorwürfe, um von seinem eigenen Umgang mit der Coronavirus-Pandemie abzulenken.

    Zudem warf Biden seinem Herausforderer die teilweise gewaltsame Zerstreuung von Protesten vor und verglich ihn mit dem einstigen kubanischen Staatschef und Revolutionär Fidel Castro:

    „Trump räumt Proteste vor dem Weißen Haus mit dem Militär auf, die, wie Sie wissen, friedlich verlaufen. Dieser Typ ist mehr Castro als Churchill“, zitiert ihn die Zeitschrift „Politico“.

    Zuvor hatte Biden Trump dessen Vorgehensweise während der Corona-Pandemie zur Last gelegt und behauptet, der US-Staatschef verschweige die möglichen Auswirkungen der Pandemie vor der Bevölkerung des Landes, da er eine Panik auf den Finanzmärkten befürchtet habe.

    Trump wirft Biden vor, von „radikalen Linken“ kontrolliert zu werden

    Trump erklärt bei seinen Auftritten häufig, Biden werde „radikalen Linken“ Vorschub leisten, die Amerika zerstören und Chaos in amerikanische Städte bringen würden. Außerdem behauptet er unter anderem, Biden und die demokratische Partei setzten auf Briefwahl in der Hoffnung, dass die Präsidentenwahl am 3. November mit gefälschten Stimmzetteln manipuliert werde.

    Ein Trump-Wahlkampfauftritt am Samstagabend war beispielhaft für die täglichen Attacken auf Biden. „Wenn der schläfrige Joe Biden Präsident wird“, werde es „eine Depression geben wie sie dieses Land noch nie gesehen hat“, sagte Trump auf dem Flughafen von Middlefield im Bundesstaat Pennsylvania. „Mit uns werden Sie unglaublichen Wohlstand erleben“, versprach er zugleich.

    „Biden will Ihre Waffen wegnehmen und Ihre Kinder in Schulen mit vergifteten antiamerikanischen Lügen indoktrinieren“, verkündete Trump später.

    Er sprach auch erneut von den „radikalen Linken“: „Mein Opponent wird wie eine Puppe von diesen Leuten kontrolliert, von diesen wahnsinnigen Leuten“, äußerte er. Bidens Kandidatin für den Vizepräsidenten-Posten, Kamala Harris, bezeichnete er als eine „Verrückte“.

    Die versammelten Trump-Anhänger quittierten die Sätze mit Applaus, Gelächter und Buh-Rufen, wenn es um die Gegenseite ging. Nach Trumps häufig wiederholter Behauptung, Amtsvorgänger Barack Obama habe 2016 sein Wahlkampfteam ausspioniert, rief die Menge in Sprechchören: „Sperrt ihn ein! Sperrt ihn ein!“

    asch/dpa/ae

     

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    Donald Trump, Joe Biden, US-Präsidentschaftswahlen, US-Präsidentschaftswahl, Präsidentschaftswahlen, Wahlkampf, USA