15:42 30 Oktober 2020
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    Nach einer erneuten Zuspitzung der Lage in Bergkarabach hat das aserbaidschanische Parlament beschlossen, den Kriegszustand in einigen Städten und Regionen auszurufen.

    Diese Entscheidung wurde in einer außerordentlichen Parlamentssitzung getroffen. Nun wurde sie vom Präsidenten Aserbaidschans, Ilcham Alijew, gebilligt, so Himket Gadzhiev, sein Assistent.

    Wie Gadzhiev mitteilte, wird in einigen Städten und Regionen des Landes ab dem 28. September eine Ausgangssperre eingeführt. Diese werde ab 21.00 Uhr (Ortszeit) bis 06.00 Uhr gelten.

    Verschärfung des Bergkarabach-Konfliktes

    Die Situation an der Berührungslinie in der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach hatte sich am Sonntagmorgen zugespitzt.

    Wie die Republik erklärte, hätten die aserbaidschanischen Militärs Feuer auf ihr Territorium, darunter auch auf die Hauptstadt Stepanakert, eröffnet.  Es gebe Tote unter den Zivilisten zu beklagen.  

    Baku und Eriwan machen einander für die Zuspitzung der Situation verantwortlich. 

    Nach Behauptungen des aserbaidschanischen Verteidigungsministeriums hat die armenische Seite Feuerangriffe gestartet. Und die aserbaidschanischen Streitkräfte führten eine Gegenoffensive durch, heißt es aus Baku.   

    Wie die armenischen Militärs erklärten, wurde Bergkarabach Luft- und Raketenangriffen von Aserbaidschan aus ausgesetzt.

    Die armenischen Behörden verhängten im Land den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Dasselbe hat die Führung der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach getan.    

    Das russische Außenministerium rief Baku und Eriwan dazu auf, das Feuer einzustellen und Verhandlungen aufzunehmen.

    Bergkarabach-Konflikt

    Im Februar 1988 war in dem mehrheitlich von Armeniern bewohnten und zu Aserbaidschan gehörenden autonomen Gebiet Bergkarabach ein Konflikt ausgebrochen, nachdem Bergkarabach seinen Austritt aus der Aserbaidschanischen SSR verkündet hatte. Im September 1991 wurde im Verwaltungszentrum von Bergkarabach, Stepanakert, die Republik Bergkarabach ausgerufen. Im Zuge des militärischen Konflikts in den Jahren 1992-1994 hatte Aserbaidschan die Kontrolle über Bergkarabach verloren.

    Seit dem Jahr 1992 laufen Verhandlungen über eine friedliche Beilegung des Konflikts im Rahmen der Minsker OSZE-Gruppe. Es handelt sich eigentlich um einen Konflikt zwischen Armenien, das die Interessen der Republik Bergkarabach vertritt, und Aserbaidschan. Dieses besteht weiter auf die Rückgabe Bergkarabachs und Armenien auf dessen Unabhängigkeit von Aserbaidschan.

    ns/sna/ae

     

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    Außenministerium, Russland, Bergkarabach-Konflikt, Regionen, Kriegszustand, Parlament, Armenien, Aserbaidschan