08:34 27 Oktober 2020
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    Das armenische Verteidigungsministerium hat angesichts des erneut entfachten Bergkarabach-Konflikts Videomaterial veröffentlicht, welches erfolgreiche Angriffe gegen aserbaidschanische Militärtechnik zeigt. Baku hat nun diese Aufnahmen als Desinformation und Provokation bezeichnet.

    Demnach geben die Videos nicht den wahren Stand der Dinge wieder. So soll die armenische Seite alte Aufnahmen verwenden.

    „Die Armenier verbreiten alte Aufnahmen, die nicht der Realität entsprechen. Wir fordern die Bevölkerung auf, vorsichtig zu sein, solcher Desinformation keinen Glauben zu schenken und offiziellen Informationen zu vertrauen“, sagte Chikmet Gadschijew, Leiter der Abteilung für Außenpolitik in der aserbaidschanischen Präsidialverwaltung.

    Das Verteidigungsministerium Aserbaidschans hatte zuvor vor Falschmeldungen gewarnt und dazu aufgerufen, nur staatlich geprüften Meldungen zu vertrauen. Das armenische Verteidigungsministerium veröffentlichte am Sonntag Videos, welche die Vernichtung bzw. Beschädigung von aserbaidschanischen Panzern an der Berührungslinie in Bergkarabach zeigen.

    Das Verteidigungsministerium Aserbaidschans erklärte am Sonntag, dass die armenischen Streitkräfte Ortschaften an der Berührungslinie in Bergkarabach beschossen hätten. Die aserbaidschanischen Streitkräfte leiteten daraufhin eine Gegenoffensive ein. In einigen Städten und Regionen Aserbaidschans wurde inzwischen der Kriegszustand ausgerufen.

    Wie das armenische Militär erklärte, führte Aserbaidschan Luft- und Raketenangriffe in Bergkarabach durch. Angaben zufolge wurden zwei Hubschrauber und drei Drohnen Aserbaidschans abgeschossen. Darüber hinaus soll es Verletzte unter den Zivilisten geben. Beide Seiten machen einander für die Eskalation in dem umstrittenen Gebiet verantwortlich.

    Internationale Friedensaufrufe

    Armenien verkündete wegen der Zuspitzung der Lage den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Der Botschafter Armeniens in Russland, Wardan Togonjan, teilte jedoch mit, Jerewan beabsichtige nicht, weitere militärische Kräfte in die international nicht anerkannte Republik Bergkarabach zu verlegen.

    Russland hat inzwischen beide Seiten dazu aufgerufen, das Feuer einzustellen und zu Verhandlungen überzugehen. Darüber hinaus sollen der russische Außenminister Sergei Lawrow und sein türkischer Amtskollege Mevlüt Cavusoglu im Rahmen eines Telefonats über die Lage in Bergkarabach beraten haben.

    Neben Österreich zeigte sich auch Deutschland besorgt und forderte die sofortige Einstellung der Kämpfe. „Ich rufe beide Konfliktparteien dazu auf, sämtliche Kampfhandlungen und insbesondere den Beschuss von Dörfern und Städten umgehend einzustellen“, betonte der deutsche Außenminister Heiko Maas am Sonntag nach Angaben seines Ministeriums in Berlin.

    mka/gs

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    Tags:
    Desinformation, Bergkarabach-Konflikt