07:01 22 Oktober 2020
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    Der russische Präsident Wladimir Putin und der armenische Premierminister Nikol Paschinjan haben in einem Telefongespräch die Wichtigkeit  der Anstrengungen unterstrichen, um eine Eskalation in Bergkarabach zu verhindern. Dies teilte der Kreml-Pressedienst am Sonntag mit.

    „Es wurde festgestellt, dass es jetzt wichtig ist, alle notwendigen Anstrengungen zu unternehmen, um eine weitere Eskalation der Konfrontation zu verhindern, und vor allem müssen die militärischen Operationen gestoppt werden“, heißt es in der offiziellen Erklärung.

    Zuvor am Sonntag hatte das Verteidigungsministerium Aserbaidschans erklärt, dass die armenischen Streitkräfte Ortschaften an der Berührungslinie in Bergkarabach beschossen hätten. 

    Es soll demnach Verletzte unter den Zivilisten geben.

    Wie es weiter hieß, seien auf Bergkarabach Luft- und Raketenangriffe erfolgt (…).

    Die armenische Seite soll zwei Hubschrauber und drei Drohnen Aserbaidschans abgeschossen haben.

    Wie der Sprecher der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach, Wagram Pogosjan, mitteilte, seien Ortschaften in Bergkarabach, darunter auch die Hauptstadt Stepanakert, einem Artilleriebeschuss ausgesetzt gewesen. Zudem rief er die Bevölkerung auf, sich in Sicherheit zu bringen.

    Daraufhin hatte das Verteidigungsministerium Aserbaidschans erklärt, die Streitkräfte des Landes hätten eine Gegenoffensive an der gesamten Berührungslinie in Bergkarabach begonnen.   

    Armenien verkündete wegen der Zuspitzung der Lage den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Der Botschafter Armeniens in Russland, Wardan Togonjan, teilte jedoch mit, Jerewan beabsichtige nicht, weitere militärische Kräfte in die international nicht anerkannte Republik Bergkarabach zu verlegen.

    Das aserbaidschanische Parlament beschloss seinerseits auch, den Kriegszustand in einigen Städten und Regionen auszurufen. In einigen Städten und Regionen des Landes wird ab dem 28. September eine Ausgangssperre eingeführt. Diese werde ab 21.00 Uhr (Ortszeit) bis 06.00 Uhr gelten.

    Internationale Reaktion

    Russland hat inzwischen beide Seiten dazu aufgerufen, das Feuer einzustellen und zu Verhandlungen überzugehen. Darüber hinaus sollen der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein türkischer Amtskollege Mevlüt Cavusoglu im Rahmen eines Telefonats über die Lage in Bergkarabach beraten haben.

    Neben Österreich zeigte sich auch Deutschland besorgt und forderte die sofortige Einstellung der Kämpfe. „Ich rufe beide Konfliktparteien dazu auf, sämtliche Kampfhandlungen und insbesondere den Beschuss von Dörfern und Städten umgehend einzustellen“, betonte der deutsche Außenminister Heiko Maas am Sonntag nach Angaben seines Ministeriums in Berlin.

    sm/gs

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    Tags:
    Bergkarabach-Konflikt, Telefonat, Nikol Paschinjan