07:05 22 Oktober 2020
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    Das armenische Verteidigungsministerium hat ein Video veröffentlicht, auf dem brennende Militärtechnik in Bergkarabach zu sehen ist.

    Das Video zeigt sich bewegende Panzer und Rauchsäulen.

    ​Die aserbaidschanischen Truppen sollen mehr als 50 Siedlungen in Bergkarabach angegriffen haben:

    „Nach vorläufigen Angaben wurden mehr als 50 Siedlungen von aserbaidschanischen Drohnen und Artillerie angegriffen. Alle regionalen Zentren gehören zu diesen Siedlungen", sagte der Ombudsmann der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach, Artak Beglarjan, bei einem Briefing am Sonntag.

    Ihm zufolge wurden Hunderte von Immobilienobjekten, Infrastruktur, Strom-, Gas- und Wasserleitungen sowie Autos beschädigt.

    „Die Zivilbevölkerung wurde ins Visier genommen, das ist ein Verstoß gegen das Völkerrecht und die internationale Gemeinschaft muss ihre Einschätzung abgeben“, sagte Beglarjan.

    Er lud Vertreter von Menschenrechtsorganisationen nach Karabach ein und bemerkte dabei, dass die weitere Fortsetzung der Kampfhandlungen zu einer humanitären Katastrophe führen könnte.

    Zuvor am Sonntag hatte das Verteidigungsministerium Aserbaidschans erklärt, dass die armenischen Streitkräfte Ortschaften an der Berührungslinie in Bergkarabach beschossen hätten. 

    Es soll demnach Verletzte unter den Zivilisten geben.

    Wie es weiter hieß, sind auf Bergkarabach Luft- und Raketenangriffe erfolgt (…).

    Die armenische Seite soll zwei Hubschrauber und drei Drohnen Aserbaidschans abgeschossen haben.

    Wie der Sprecher der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach, Wagram Pogosjan, mitteilte, sind Ortschaften in Bergkarabach, darunter auch die Hauptstadt Stepanakert, einem Artilleriebeschuss ausgesetzt gewesen. Zudem rief er die Bevölkerung auf, sich in Sicherheit zu bringen.

    Daraufhin hatte das Verteidigungsministerium Aserbaidschans erklärt, die Streitkräfte des Landes hätten eine Gegenoffensive an der gesamten Berührungslinie in Bergkarabach begonnen.   

    Armenien verkündete wegen der Zuspitzung der Lage den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Der Botschafter Armeniens in Russland, Wardan Togonjan, teilte jedoch mit, Jerewan beabsichtige nicht, weitere militärische Kräfte in die international nicht anerkannte Republik Bergkarabach zu verlegen.

    Das aserbaidschanische Parlament beschloss seinerseits auch, den Kriegszustand in einigen Städten und Regionen auszurufen. In einigen Städten und Regionen des Landes wird ab dem 28. September eine Ausgangssperre eingeführt. Diese werde täglich ab 21.00 Uhr (Ortszeit) bis 06.00 Uhr gelten.

    Internationale Reaktion

    Russland hat inzwischen beide Seiten dazu aufgerufen, das Feuer einzustellen und zu Verhandlungen überzugehen. Darüber hinaus sollen der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein türkischer Amtskollege Mevlüt Cavusoglu im Rahmen eines Telefonats über die Lage in Bergkarabach beraten haben.

    Neben Österreich zeigte sich auch Deutschland besorgt und forderte die sofortige Einstellung der Kämpfe. „Ich rufe beide Konfliktparteien dazu auf, sämtliche Kampfhandlungen und insbesondere den Beschuss von Dörfern und Städten umgehend einzustellen“, betonte der deutsche Außenminister Heiko Maas am Sonntag nach Angaben seines Ministeriums in Berlin.

    sm/gs

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    Tags:
    Armenien, Panzer, Video, Bergkarabach-Konflikt