06:12 27 Oktober 2020
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    Im Kaukasus dauern die Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan um Bergkarabach weiter an. Beide Ex-Sowjetrepubliken geben sich gegenseitig die Schuld für die Eskalation und berichten von Hunderten Todesopfern auf der jeweils anderen Seite.

    Schwere Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan waren am Samstagvormittag ausgebrochen. Die Regierung in Eriwan berichtete von Luft- und Raketenangriffen Aserbaidschans auf Bergkarabach. Die armenische Seite habe zwei aserbaidschanische Hubschrauber und die Drohnen abgeschossen. Die aserbaidschanische Regierung ihrerseits machte Armenien verantwortlich: Armenische Streitkräfte hätten Wohnorte an der Grenze unter Beschuss genommen und Zivilisten getötet, wonach die aserbaidschanischen Truppen eine Gegenoffensive gestartet hätten.

    Wagram Pogossjan, Pressesprecher des Präsidenten von Bergkarabach, erklärte, dass die Hauptstadt Stepanakert und weitere Orte der Region von Artillerie beschossen worden seien.   

    Berichte über Hunderte Todesopfer

    Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium teilte am späten Sonntagabend mit, die armenische Armee habe am ersten Tag der Kämpfe mehr als 550 Soldaten verloren. Außerdem seien 22 armenische Panzerwagen, 15 Flugabwehrraketensysteme Osa, 18 Drohnen, acht Geschütze und drei Munitionslager zerstört worden, berichtete das aserbaidschanische Verteidigungsministerium laut Sputnik Aserbaidschan.

    Armenien wies diese Informationen als falsch zurück.

    „Nachts gingen die Kämpfe weiter. Unsere Streitkräfte haben bedeutende Erfolge erzielt. Es ist unruhig, in einigen Gebieten werden Artillerie-Duelle geführt. Die Informationen der aserbaidschanischen Seite über die Verluste unserer Truppen sind nicht wahr“, erklärte Arzrun Owannisjan, Sprecher des armenischen Verteidigungsministeriums, am frühen Montagmorgen auf Facebook.

    Auf der Seite Aserbaidschans seien 200 Soldaten getötet und rund 30 Panzer zerstört worden, wird der Sprecher auf der offiziellen Webseite der nicht anerkannten Republik Bergkarabach zitiert. 

    Die eigenen Verluste gab das armenische Verteidigungsministerium mit 16 Toten und mehr als 100 Verletzten an. Baku seinerseits wies die armenischen Angaben über aserbaidschanische Verluste zurück.

    Gefechte dauern an

    In den frühen Montagstunden berichtete das aserbaidschanische Verteidigungsministerium von armenischen Angriffen auf die Stadt Terter und drohte mit Gegenmaßnahmen.

    „Die Führung des Verteidigungsministeriums warnt den Feind zum letzten Mal, dass wir angemessene Vergeltungsmaßnahmen gegen ihn ergreifen werden“, sagte ein Sprecher des aserbaidschanischen Verteidigungsministeriums gegenüber Sputnik.

    Das mehrheitlich von Armeniern bewohnte Bergkarabach hatte bereits 1988, drei Jahre vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion, seinen Austritt aus Aserbaidschan (damals Aserbaidschanische Sowjetrepublik) verkündet. Im Zuge des 1992 ausgebrochenen bewaffneten Konfliktes verlor Aserbaidschan die Kontrolle über Bergkarabach und sieben weitere Gebiete.

    Die von Russland, den USA und Frankreich angeführte Minsker OSZE-Gruppe vermittelt seit 1992 in dem Konflikt, in dem Armenien die Interessen des international nicht anerkannten Bergkarabach vertritt.  

    leo/ae

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    Opfer, Gefechte, Kaukasus, Bergkarabach-Konflikt, Aserbaidschan, Armenien