06:31 20 Oktober 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    12567
    Abonnieren

    Die neue Regierung Japans misst laut dem leitenden Kabinettssekretär Katsunobu Kato den Beziehungen zu Russland eine große Bedeutung bei und will den Kurs auf eine Lösung des andauernden Gebietsstreit fortsetzen.

    Japan hat seit September eine neue Regierung unter Premierminister Yoshihide Suga. „Wir messen den Beziehungen mit Russland große Bedeutung bei, daran hat sich nichts geändert“, sagte Kato am Montag auf einer Pressekonferenz in Tokio.

    „Ausgehend von staatlichen Interessen möchten wir das japanisch-russische Verhältnis in zahlreichen Bereichen, darunter in Politik, Wirtschaft und Kultur, generell ausbauen“, äußerte er.

    Im Gebietsstreit mit Russland strebe Tokio weiter eine Lösung und den Abschluss eines Friedensvertrags an.

    Wie bereits berichtet, möchte der neue japanische Regierungschef Yoshihide Suga am morgigen Dienstag mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin telefonieren. Kato bestätigte, dass die Durchführung eines Telefonats derzeit mit der russischen Seite abgestimmt werde.

    Putin hatte Suga am 16. September zum Amtsantritt als japanischer Regierungschef beglückwünscht und sich zu einer konstruktiven Zusammenarbeit bereit erklärt.

    Keine Lösung im Inselstreit in Sicht

    Der Streit um die Kurilen-Inseln, die zwischen der russischen Halbinsel Kamtschatka und der japanischen Insel Hokkaido liegen, belastet seit Jahrzehnten das Verhältnis zwischen beiden Staaten. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel der gesamte Inselbogen an die Sowjetunion. Japan hält die südlichen Kurilen-Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und die Inselgruppe Habomai für unrechtmäßig besetzt und fordert deren Rückgabe.

    Aus diesem Grund gibt es zwischen Russland und Japan immer noch keinen Friedensvertrag. Stattdessen unterzeichneten beide Staaten 1956 eine gemeinsame Deklaration, mit der der Kriegszustand beendet wurde. Darin erklärte sich die damalige Sowjetunion bereit, im Falle eines Friedensvertrages die Inseln Schikotan sowie die Habomai-Gruppe an Japan zu übertragen. Doch Japan verlangt alle vier Inseln zurück und beruft sich dabei auf einen bilateralen Handels- und Grenzvertrag von 1855, in dem diese Inseln als japanisch anerkannt worden waren.

    Alle bisherigen Verhandlungen sind ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Russland hat japanischen Bürgern unterdessen visafreie Besuche auf den südlichen Kurilen-Inseln erlaubt.

    leo/ae

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Reisen nur noch mit Anmeldung? – Spahn-Ministerium plant strengere Auflagen
    Nawalny von Kolonne deutscher Polizisten beim Spaziergang begleitet – US-Sender zeigt Video
    „Direkt über uns!“: Dieses Flugzeug möchten Nato-U-Boote lieber meiden
    Tags:
    Erklärung, Beziehungen, Lösung, Inselstreit, Regierung, Russland, Japan