05:50 20 Oktober 2020
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    Nach der Zuspitzung der Lage in Bergkarabach ruft Moskau laut Sprecher Dmitri Peskow Baku und Eriwan dazu auf, die maximale Zurückhaltung an den Tag zu legen und auf militärische Methoden zu verzichten.

    Moskau ruft zu einer sofortigen Beendigung der Kampfhandlungen in Bergkarabach und einer politisch-diplomatischen Regelung des Konflikts auf, betonte Peskow.

    Ihm zufolge gibt die Situation auf der Kontaktlinie in Bergkarabach Russland und anderen Ländern „Grund zur ernsthaften Besorgnis“.

    „Von den ersten Stunden nach der Verschärfung dieser Situation an stand (Russlands – Anm. d. Red.) Außenminister Lawrow mit beiden Kollegen aus Jerewan und Baku in Kontakt. Außerdem sprach Putin gestern auf Initiative der armenischen Seite mit dem armenischen Premierminister“, fuhr Peskow fort.

    „Momentan rufen wir alle Seiten und vor allem die Konfliktseiten zu maximaler Zurückhaltung und zum Verzicht auf militärische Methoden auf, die zu einer weiteren unerwünschten Verschärfung der Situation –  die sich bereits in der Phase eines militärischen Zusammenstoßes befindet – führen könnten“, äußerte Peskow gegenüber den Reportern auf die Frage, was Russland von der Aussage des armenischen Premierministers, Nikol Paschinjan, halte, der die Möglichkeit der Anerkennung von Bergkarabachs Unabhängigkeit  nicht ausschließt.

    Er äußerte zudem, dass der Kreml die Verschärfung des Konflikts in Bergkarabach nicht als absichtlich provoziert ansehe, um Einfluss auf Russland auszuüben.

    Verschärfung der Situation um Bergkarabach

    Die Situation um Bergkarabach hatte sich am Sonntagmorgen zugespitzt. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich.

    Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium behauptet, die armenische Seite habe mit dem Beschuss begonnen, während die aserbaidschanischen Streitkräfte eine Gegenoffensive durchführen. Das armenische Militär behauptet, dass Aserbaidschan Luft- und Raketenangriffe auf Bergkarabach ausgeführt hatte.

    Armenien verkündete wegen der Zuspitzung der Lage den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Das aserbaidschanische Parlament beschloss, den Kriegszustand in einigen Städten und Regionen auszurufen.

    Konflikt in Bergkarabach

    Der Konflikt in Bergkarabach war im Februar 1988 entflammt, als das Autonome Gebiet Bergkarabach seine Abspaltung von der Aserbaidschanischen SSR angekündigt hatte. Infolge der bewaffneten Konfrontation in den Jahren 1992-1994 verlor Aserbaidschan die Kontrolle über Bergkarabach und sieben Anrainer-Bezirke.

    Seit 1992 werden die Verhandlungen über die friedliche Beilegung des Konflikts in der Minsker Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geführt, die von drei Ko-Vorsitzenden – Russland, den Vereinigten Staaten und Frankreich – geleitet wird. Aserbaidschan besteht auf die Bewahrung seiner territorialen Integrität, Armenien setzt sich für die Interessen der international nicht anerkannten Republik ein, die keine Gesprächspartei bei den Verhandlungen ist.

    sm/sna/ae

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    Tags:
    Zurückhaltung, Dmitri Peskow, Bergkarabach-Konflikt