08:19 23 Oktober 2020
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    Sollte Ankara F-16-Flugzeuge in Bergkarabach einsetzen, wird Jerewan laut dem armenischen Botschafter in Russland, Wardan Toganjan, mit dem Einsatz von Iskander-Raketen antworten. Der Berater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Yasin Aktay, weist die Informationen über eine Einmischung Ankaras zurück.

    Die vorhandenen Luftverteidigungssysteme hätten bislang ausgereicht, um türkische Drohnen zu vernichten, sagte Toganjan.

    „Die Militärführung hat wiederholt erklärt: Falls das Damoklesschwert in Form türkischer F-16 über dem Volk in Bergkarabach hängen würde, werden alle Maßnahmen ergriffen werden, einschließlich des  ‚Iskander’ - Einsatzes. Das heißt, die armenischen Streitkräfte würden ihr gesamtes Arsenal einsetzen, um die Sicherheit zu gewährleisten“, sagte Toganjan.

    Ihm zufolge ist es noch nicht dazu gekommen. Um türkische und aserbaidschanische Drohnen zu vernichten, seien die Luftverteidigungssysteme eingesetzt worden:

    „Sie schießen sie ab, bislang bewältigen unsere Systeme das“, sagte der Diplomat.

    Armenien war 2016 der erste ausländische Partner Moskaus, der das operativ-taktische Raketensystem Iskander-M erhielt.

    Der Berater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Yasin Aktay, hat seinerseits Toganjans Informationen, wonach die von der Türkei aus Syrien verlegten Kämpfer bereits an den Kampfhandlungen in Bergkarabach teilnehmen, dementiert.

    Die Türkei sehe keine Notwendigkeit, ihre Militärs und Kämpfer der bewaffneten syrischen Opposition in die Konfliktzone in Bergkarabach zu schicken, sagte Aktay am Montag.

    „Ich denke, dass die Türkei mit ihrer Militärmacht (am Karabach-Konflikt – Anm.d.Red.) nicht teilnehmen wird. Es besteht keine Notwendigkeit dafür, es gibt ausreichende technische Unterstützung. Aber wenn nötig, ist der Weg offen", antwortete Aktay auf die Frage, ob die Türkei sich mit ihrer Militärmacht direkt in die Krise zwischen den beiden Ländern einmischen werde.

    Ihm zufolge hält es Ankara auch nicht für notwendig, Kämpfer der bewaffneten syrischen Opposition für die Teilnahme am militärischen Konflikt in Karabach heranzuziehen.

    Die Situation um Bergkarabach hatte sich am Sonntagmorgen zugespitzt. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Armenien verkündete wegen der Zuspitzung der Lage den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Das aserbaidschanische Parlament beschloss ebenfalls, den Kriegszustand in einigen Städten und Regionen auszurufen. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen Tote zu beklagen.

    Erdogan stellt sich hinter Aserbaidschan  

    Russland hat inzwischen beide Seiten dazu aufgerufen, das Feuer einzustellen und zu Verhandlungen überzugehen. Zudem soll der russische Präsident mit dem armenischen Premierminister Nikol Paschinjan am vergangenen Sonntag ein Telefonat geführt und Schritte zur Einstellung der Kampfhandlungen besprochen haben. Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein türkischer Amtskollege Mevlüt Cavusoglu sollen in einem Telefongespräch über die Lage in Bergkarabach beraten haben.

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wiederum sprach in dem Zusammenhang von einer „Okkupation“ des Territoriums Aserbaidschans durch Armenien. Das Land sei nun gezwungen gewesen, dieses Problem selbst zu lösen, betonte Erdogan. In dieser Hinsicht hätten die Vermittlerstaaten wie Russland, Frankreich und die USA versagt, so Erdogan weiter.

    sm/sna/gs

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    Tags:
    Iskander-Raketen, Türkei, Bergkarabach-Konflikt, Armenien