08:23 23 Oktober 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    265247
    Abonnieren

    Der französische Präsident Emmanuel Macron soll ein Treffen mit der weißrussischen Ex-Präsidentschaftskandidatin und Oppositionsanführerin Swetlana Tichanowskaja in Litauen angesetzt haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Élysée-Palast.

    Demnach soll das Treffen am Dienstag im Rahmen einer Reise des Präsidenten ins Baltikum stattfinden. Dabei stünden zunächst politische Gespräche in der litauischen Hauptstadt Vilnius auf der Agenda, teilte der französische Regierungssprecher Gabriel Attal mit. Im Baltikum werde Macron auch über die Lösung der Krise in Belarus sprechen. Der Regierungsspecher hatte zuvor gesagt, der Präsident werde die 38-Jährige treffen, falls sie darum bitte.

    Macron bekundete erst kürzlich seine Sympathie für die Protestierenden in Weißrussland und lobte den „Mut der Belarussen“. Darüber hinaus riet er dem weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko, sein Amt freiwillig niederzulegen. Laut Macron zeugen die Unruhen in Belarus von einer Krise der autoritären Führung.

    Lukaschenko ließ das nicht auf sich sitzen und legte Macron ans Herz, sich nicht in die Angelegenheiten Weißrusslands einzumischen und sich den eigenen Problemen zuzuwenden, von denen es in Frankreich nicht wenig gebe.  

    Oppositionsanführerin Tichanowskaja

    Swetlana Tichanowskaja befindet sich seit dem Beginn der Massenproteste in Litauen, wo sie nach angeblichen Drohungen der weißrussischen Behörden Zuflucht erhalten hatte. Seither macht sie sich für die Belange der Opposition und den von ihr ausgerufenen Koordinierungsrat stark, der in Weißrussland die Machtübergabe regeln soll. Fünf der insgesamt sieben Mitglieder des Koordinierungsrates sitzen derzeit wegen Aufrufen zum Regierungssturz in Haft oder befinden sich im Ausland.

    Tichanowskaja trat bereits auf internationaler Bühne mehrmals in Erscheinung – wie etwa im EU-Parlament vor einer Woche. Nach eigenen Angaben soll sie dort ein Hilfspaket mit der Europäischen Union vereinbart haben. Unter anderem wandte sie sich an den UN-Menschenrechtsrat und rief zu einer Einmischung in Belarus auf. Neben freien und fairen Wahlen forderte sie ein Ende der Gewalt gegen Zivilisten und die Freilassung aller politischen Gefangenen.

    Die Proteste in Weißrussland dauern seit mehr als anderthalb Monaten an. Erst am vergangenen Sonntag wurden nach Angaben des Innenministeriums landesweit mehr als 350 Menschen bei nicht genehmigten Protestaktionen festgenommen.

    Bei den Präsidentenwahlen in Weißrussland am 9. August hatte Alexander Lukaschenko mit mehr als 80 Prozent der Wählerstimmen zum sechsten Mal in Folge gesiegt. Die Opposition erkannte das Ergebnis nicht an und erklärte seine Herausforderin Tichanowskaja zur wahren Siegerin. Daraufhin kam es landesweit zu Protesten, die von den Ordnungskräften zunächst gewaltsam niedergeschlagen wurden. Das harte Vorgehen sorgte international für scharfe Kritik.

    mka/gs

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    „New York Post”-Enthüllungen – Stoppt „Ukraine-Gate“ Joe Biden auf der Zielgeraden?
    Putin spricht erstmals über Nawalny
    Putin über Länder mit „importierter Demokratie“: Ihre Anführer nichts weiter als Vasallen
    Tags:
    Opposition, Weißrussland, Swetlana Tichanowskaja, Emmanuel Macron, Litauen