06:50 23 Oktober 2020
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    Das wachsende Interesse der USA an Nordgriechenland ist laut Außenminister Mike Pompeo auf seine geostrategische Bedeutung sowie auf die Energiediversifizierung Europas zurückzuführen.

    „Die Politik von Präsident Trump für ganz Europa besteht darin, seine Kapazitäten durch eine diversifizierte Reihe von Energiequellen zu stärken. Um nicht von Russland und Gazprom abhängig zu sein“, sagte Pompeo in einem Interview mit der griechischen Nachrichtenagentur AMHA während seines zweitätigen Besuchs in Griechenland. 

    Dabei sprach er über den US-Widerstand gegen die Gaspipeline Nord Stream 2, die US-Bemühungen und Investitionen bei der Durchsetzung der Erdgasverbindungsleitung (IGB) zwischen Griechenland und Bulgarien und der LNG-Kapazitäten, „die überall hingegangen sind in der Region“. Laut Pompeo sind die Lieferungen aus Russland nicht sicher und kosten den Menschen angeblich mehr Geld als andere Energiequellen. 

    Pompeo ist der erste US-Außenminister, der die griechische Hafenstadt Thessaloniki besucht. Griechische Medien bezeichnen diese Visite als „symbolisch“ vor dem Hintergrund der Pläne der USA, sich an der Privatisierung des Hafens Alexandroupoli zu beteiligen und eine US-Militärbasis in der Region zu bauen, was im neuen bilateralen Abkommen zwischen Athen und Washington festgelegt wurde. 

    Pompeo hat eigenen Worten zufolge „sehr gute Treffen“ mit hochrangigen Beamten Griechenlands gehabt. „Jeder von ihnen sagte, dass Amerikas Beteiligung hier wirklich einzigartig ist“. Dies solle eine bessere Diversifizierung von Energiequellen „mit den Partnern aus den USA“ bedeuten. 

    Nord Stream 2 

    Die Pipeline Nord Stream 2 soll Erdgas aus Russland über den Meeresgrund in die EU durch zwei parallel verlaufende Stränge bringen – bis zu 55 Milliarden Kubikmeter jährlich. Das Projekt wird von der Nord Stream 2 AG umgesetzt. Der russische Gasgigant Gazprom verfügt über 51 Prozent der Aktienanteile dieser AG. Die europäischen Partner Royal Dutch Shell, OMV, Engie, Uniper und Wintershall finanzieren das Projekt zu 50 Prozent.

    Widerstand gegen das Projekt

    Die USA, die Ukraine und einige andere Länder stemmen sich aktiv gegen das Projekt. Washington will russisches Pipelinegas in Europa durch ihr deutlich teureres verflüssigtes Erdgas (LNG) ersetzen. Polen, Lettland und Litauen lehnen das Vorhaben als politisch motiviert ab. Die Ukraine befürchtet schwere Einbußen nach einem möglichen Wegfall des russischen Gastransits durch ihr Territorium. 

    Die Pipeline sollte Ende 2019 fertig sein, allerdings machten im Dezember eingeführte US-Sanktionen gegen das Projekt einen Strich durch die Rechnung.

    Unter die Restriktionsmaßnahmen fallen die am Projekt beteiligten Rohrlegeschiffe und leitende Mitarbeiter der mit ihnen verbundenen Unternehmen. Der Senat drohte den betroffenen Personen mit Visaverweigerung und der Blockade von Operationen mit ihren Vermögenswerten in den USA.

    Die Schweizer Firma Allseas, die mit Spezialschiffen Rohre in der Ostsee verlegt hatte, stellte ihre Arbeiten wegen der US-Sanktionen ein. 

    om/ae/sna

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    Tags:
    Gazprom, Russland, Diversifizierung, Energie, Investitionen, Griechenland, Mike Pompeo, USA