15:13 20 Oktober 2020
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    Die Streitkräfte Aserbaidschans werden laut dem Sprecher des Verteidigungsministeriums Wagif Dargjachly armenische Fla-Raketen-Komplexe S-300, die sich nach Angaben Bakus in Richtung Bergkarabach bewegen, „vernichten“.

    „Nach Angaben unserer Aufklärung sind Fla-Raketen-Komplexe S-300, die den Luftraum über Eriwan beschützen, aus dem Diensthabenden System genommen und rücken in Richtung der besetzten Territorien vor. Wir machen deutlich, dass sie das Schicksal der in Bergkarabach vernichteten Militärtechnik der armenischen Armee erwartet. Die jüngsten Kämpfe haben erneut gezeigt, dass der Mythos der Unbesiegbarkeit der armenischen Armee unbegründet ist“, sagte Dargjachly. 

    Zuspitzung des Bergkarabach-Konfliktes

    Die Situation an der Berührungslinie in der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach hatte sich am Sonntagmorgen zugespitzt. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Situation verantwortlich.

    Wie die Republik erklärte, hatten die aserbaidschanischen Militärs Feuer auf ihr Territorium, darunter auch auf die Hauptstadt Stepanakert, eröffnet. Es gebe Tote unter den Zivilisten zu beklagen. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.

    Nach Behauptungen des aserbaidschanischen Verteidigungsministeriums hat die armenische Seite Feuerangriffe gestartet. Die aserbaidschanischen Streitkräfte hätten eine Gegenoffensive durchgeführt, heißt es aus Baku.

    Wie die armenischen Militärs erklärten, wurde Bergkarabach von Aserbaidschan ausgehenden Luft- und Raketenangriffen ausgesetzt.

    Die armenischen Behörden verhängten im Land den Kriegszustand und beschlossen eine allgemeine Mobilmachung. Demnach ist es Männern im Alter zwischen 18 und 55 Jahren verboten, Armenien zu verlassen. Dasselbe hat Bergkarabach getan.

    Aserbaidschans Präsident Ilcham Alijew verhängte in einigen Städten und Regionen der Republik den Kriegszustand und landesweit eine Ausgangssperre sowie verkündete eine teilweise Mobilmachung.

    Internationale Reaktionen

    Eine Reihe von Ländern, darunter auch Russland und Frankreich, riefen die Konfliktparteien dazu auf, Zurückhaltung an den Tag zu  legen. 

    Soldaten der aserbaidschanischen Armee versetzen einen Schlag gegen armenische Truppen in Bergkarabach
    © Foto : Aserbaidschans Verteidigungsministerium
    Der russische Präsident Wladimir Putin und der armenische Premierminister Nikol Paschinjan verwiesen in einem Telefongespräch am Sonntag auf die Wichtigkeit, alle Anstrengungen zu unternehmen, um eine Eskalation in Bergkarabach zu verhindern.

    Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel erörterte bei einem Telefonat mit dem armenischen Ministerpräsidenten, Nikol Paschinjan, am Montag die Zuspitzung des Konflikts mit Aserbaidschan. Die Bundeskanzlerin unterstrich, dass ein sofortiger Waffenstillstand und die Rückkehr an den Verhandlungstisch dringlich seien. Die OSZE biete mit der Minsk-Gruppe das hierfür geeignete Forum. Die Nachbarländer sollten zur friedlichen Lösung beitragen, sagte Merkel.

    ns/gs

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    Tags:
    Wladimir Putin, Frankreich, Russland, Wagif Dargjachly, Nikol Paschinjan, Bergkarabach-Konflikt, Aserbaidschan, Armenien