18:36 19 Oktober 2020
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    Der UN-Sicherheitsrat hat sich besorgt über die Eskalation des Konflikts in der Unruheregion Bergkarabach im Südkaukasus gezeigt und ein sofortiges Ende der Kämpfe gefordert. Dies gab der Botschafter des Nigers, Abdou Abarry, am Dienstag (Ortszeit) in New York bekannt.

    Die 15 Mitglieder unterstützen demnach UN-Generalsekretär António Guterres bei seiner Forderung nach einer Waffenruhe, Deeskalation der Spannungen und sofortiger Wiederaufnahme von Verhandlungen. Zudem brachte der Sicherheitsrat seine volle Unterstützung für die zentrale Rolle der Ko-Vorsitzenden der Minsker Gruppe der Organisation für  Sicherheit und  Zusammenarbeit  in Europa (OSZE) zum Ausdruck.

    Die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates hätten die Anwendung von Gewalt aufs Schärfste uverurteilt und würden  den Verlust von Menschenleben und die Opfer unter der Zivilbevölkerung bedauern, sagte Abarry.

    Der Niger hat derzeit die monatlich rotierende Präsidentschaft des mächtigsten UN-Gremiums inne.

    Zuvor hatten die 15 Mitglieder des Gremiums das Thema hinter verschlossenen Türen besprochen. Die Initiative dafür war von Deutschland und Frankreich ausgegangen und wurde von Belgien, Großbritannien und Estland unterstützt.

    Der UN-Generalsekretär Guterres hatte bereits mehrfach ein sofortiges Ende der Kämpfe in Bergkarabach gefordert – auch per Video-Telefonschalte mit jeweils dem aserbaidschanischen Präsidenten, Ilham Aliyev, und dem armenischen Regierungschef, Nikol Paschinjan. Guterres forderte die sofortige Wiederaufnahme von Verhandlungen und die Wiederentsendung von OSZE-Beobachtern in die Region.

    Eskalation in Bergkarabach

    Der Konflikt in Bergkarabach war am  27. September nach ungewöhnlich heftigen Kämpfen zwischen den verfeindeten Nachbarn Armenien und Aserbaidschan eskaliert. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich.

    Die von Armenien kontrollierte Region mit geschätzten 145.000 Einwohnern gehört völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. Es handelt sich um die schwerste Eskalation seit Jahrzehnten.

    Nach Angaben der Behörden der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach wurden  mehrere Städte und Ortschaften, darunter die Hauptstadt Stepanakert, von der  Artillerie beschossen. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, sich in Sicherheit zu bringen, und verhängten später das Kriegsrecht und die Mobilmachung in der Republik.

    Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium behauptet, die armenische Seite habe mit dem Beschuss begonnen, während die aserbaidschanischen Streitkräfte eine Gegenoffensive durchführen. Das armenische Militär beteuert wiederum, dass Aserbaidschan Luft- und Raketenangriffe auf Bergkarabach ausgeführt hatte.

    Armenien verkündete den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Aserbaidschan führte den Kriegszustand in einigen Regionen des Landes sowie eine landesweite Ausganssperre ein und verkündete eine teilweise Mobilmachung.

    Eine Reihe von Staaten, darunter Russland und Frankreich, riefen die Konfliktparteien zur Zurückhaltung auf.

    Konflikt in Bergkarabach

    Der Konflikt in Bergkarabach war im Februar 1988 entflammt, als das Autonome Gebiet Bergkarabach seine Abspaltung von der Aserbaidschanischen SSR angekündigt hatte. Infolge der bewaffneten Konfrontation in den Jahren 1992 bis 1994 verlor Aserbaidschan die Kontrolle über Bergkarabach und sieben Anrainer-Bezirke.

    Seit 1992 werden Verhandlungen über die friedliche Beilegung des Konflikts in der Minsker Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geführt, die von drei Ko-Vorsitzenden – Russland, den Vereinigten Staaten und Frankreich – geleitet wird. Aserbaidschan besteht auf die Bewahrung seiner territorialen Integrität und Armenien setzt sich für die Interessen der international nicht anerkannten Republik ein, die keine Gesprächspartei bei den Verhandlungen ist.

    asch/dpa/sna/

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    Tags:
    Aserbaidschan, Armenien, Bergkarabach-Konflikt, Bergkarabach-Konflikt, Uno