06:07 27 Oktober 2020
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    Fünf Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl sind Amtsinhaber Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden am Dienstag (Ortszeit) in Cleveland (US-Bundesstaat Ohio) in einem ersten Fernsehduell gegeneinander angetreten. Das Fernsehduell verlief in einer Atmosphäre der Intoleranz.

    Die Kandidaten redeten immerzu durcheinander, lieferten sich einen hitzigen Schlagabtausch und verwendeten unparlamentarische Ausdrücke, was in den früheren Debatten nicht beobachtet worden war.

    Biden verwendete gegenüber Trump unparlamentarische Ausdrücke wie „Oh, halt die Klappe, Mann!“,  „Jeder weiß, dass er ein Lügner ist“, „Es ist schwer, mit diesem Clown auf den Punkt zu kommen“, „Sie sind der schlechteste Präsident, den Amerika je hatte“, „Er ist Putins Welpe“ (Biden über Trumps Verhältnis zum russischen Staatschef Wladimir Putin – Anm. d. Red.). 

    „Nichts Kluges“ an Joe Biden?

    Trump wollte sich dafür revanchieren. An Bidens Adresse richtete er: „Es gibt nichts Kluges an Ihnen, Joe“. Die Kandidaten überzogen sich mit persönlichen Attacken und schweren Vorwürfen.

    Sie redeten durcheinander. Moderator Chris Wallace bat die Diskutanten eindringlich, sich weniger häufig zu unterbrechen. Trump reagierte, indem er mit dem Finger auf Biden zeigte und meinte, dieser solle ihn nicht dauernd unterbrechen.

    Im Fokus der TV-Debatte standen die Corona-Krise und der Konflikt nach George Floyds Tod. Die Kandidaten gingen unter anderem auf die Themen Oberstes Gericht, Wirtschaft, Wahlverlauf und Einkommenssteuer ein.

    Corona-Pandemie

    „Er will einen Shutdown dieses Landes, und ich will es offen halten“, sagte Trump über Bidens Corona-Strategie. Dieser konterte, Trump habe sich „völlig unverantwortlich“ verhalten und so Tausende Menschenleben gefährdet. Trump verwies darauf, dass ältere Menschen mit Herzproblemen bei einer Covid-Erkrankung sehr gefährdet seien. „Junge Menschen sind es nicht.“

    Debatte um George Floyds Tod

    Biden bezeichnete Trump als Rassisten - nach dem Tod von George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai habe der Präsident versucht, „rassistischen Hass zu erzeugen, rassistische Spaltung“.

    Zu den teilweise gewaltsamen Unruhen im Anschluss an den Tod Floyds in Minneapolis sagte Trump, die Regierung habe dort wieder für Ruhe gesorgt, „weil wir an Recht und Ordnung glauben - und du tust dies nicht, Joe“, so Trump.

    Oberstes Gericht

    Die Kandidaten, die Fragen des Moderators beantworten, wiederholten tatsächlich gegenüber den Wählern ihre früher bekannt gegebenen Positionen: Biden forderte, mit der Besetzung der Stelle eines neuen Richters des Obersten Gerichtes bis Februar 2021 zu warten. „Weil wir mitten in einer Wahl sind, die bereits begonnen hat“, gab er zur Begründung an.

    Trump bekräftigte wiederum das Recht der Regierung, die freie Stelle im obersten Gericht der USA noch vor der Wahl neu zu besetzen, mit der konservativen Richterin Amy Coney Barrett. „Wir haben die Wahl gewonnen und deswegen haben wir das Recht, sie auszuwählen.“.

    Wirtschaft

    Biden hielt Trump vor, in der Corona-Krise sei es Millionären und Milliardären wie ihm gut ergangen. Dann schaute er in die Kamera und fragte: „Aber Ihr Leute zuhause, wie geht es Euch?“ Trump bekräftigte, dass er die Wirtschaft zum Blühen gebracht habe, ehe es zum coronabedingten Stillstand gekommen sei. Jetzt baue er sie wieder auf.

    Wahlverlauf

    Trump rief seine Anhänger dazu auf, am Tag der Abstimmung in die Wahllokale zu kommen und die Auszählung der Stimmen „aufmerksam zu beobachten“. Biden appellierte an die Amerikaner, so zu wählen, „wie es euch am besten passt“ - ob per Briefwahl oder direkt an der Wahlurne. Er werde jedes Ergebnis akzeptieren, ob er die Wahl nun gewinnen oder verlieren werde.

    „Millionen von Dollar“

    Auf die Frage, wie viel Einkommenssteuer auf Bundesebene er im Jahr seiner Wahl - 2016 - sowie 2017 gezahlt habe, antwortete Trump „Millionen von Dollar“. Zuvor hatte die Zeitung „The New York Times“ berichtet, dass Trump in den Jahren 2016 und 2017 lediglich jeweils 750 Dollar Einkommensteuer auf Bundesebene gezahlt habe. Trump sagte erneut zu, seine Steuererklärung künftig zu veröffentlichen.  

    Am 15. und am 22. Oktober sollen zwei weitere Fernsehdebatten zwischen Trump und Biden stattfinden. Die Präsidentenwahl in den USA ist für den 3. November anberaumt.     

    ns/dpa/sna/ae

     

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    Präsidentschaftswahl, Pandemie, Coronavirus, George Floyd, Fernsehduell, Joe Biden, Donald Trump, USA