08:20 27 Oktober 2020
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    Der aserbaidschanische Präsident, Ilham Alijew, hat das Nachbarland Armenien vor Provokationen gewarnt und den Abzug von Truppen aus Bergkarabach gefordert. Sein Land werde unbedingt seine territoriale Integrität wiederherstellen, versprach er am Mittwoch.

    Am Mittwoch traf sich der Präsident mit den bei den Kämpfen in Bergkarabach verletzten Militärs im Zentralen klinischen Hospital in Baku. Seine Rede wurde von den lokalen TV-Sendern übertragen.

    Seiner Ansicht nach befindet sich sein Land auf dem richtigen Weg:

    „Ich mache es kurz: Wir sind auf dem richtigen Weg, die Kämpfe finden auf dem Territorium von Aserbaidschan statt. Aserbaidschan ist dabei, seine territoriale Integrität wiederherzustellen, worauf es jedes Recht hat. Ich bin zuversichtlich, dass Aserbaidschan seine territoriale Integrität wiederherstellen wird, es gibt einen Aufstieg in der Gesellschaft, in der Armee“, äußerte er.

    Aserbaidschans Armee braucht keine Hilfe von außen

    Dabei werde Aserbaidschan mit eigenen Kräften auskommen können, ist sich der Staatschef sicher:

    „Man schreibt mir Briefe, auch aus anderen Ländern, vor allem aus dem Bruderland Türkei, in denen man der Armee Hilfe anbietet. Die Stellen in unserer Armee sind besetzt, sie braucht keine Hilfe von außen“, sagte er.

    Die gegenwärtigen Kämpfe bezeichnete Alijew als „eine Stunde der Wahrheit“ für das aserbaidschanische Volk: „Wir sehen, dass einige Seiten, die zu unterschiedlichen Zeiten Erklärungen abgegeben haben, ihr Wort nicht halten. In ihren Worten war es eine Sache, in den Taten eine andere“. Die Türkei, Pakistan, Afghanistan hätten Aserbaidschan eindeutig unterstützt, betonte er. „Dies ist ein Moment der Wahrheit für mich, für das Volk“, sagte Alijew.

    Apelle zum Dialog „sinnlos“

    Die internationalen Verhandlungen zum Thema Bergkarabach, von denen sich Baku viel erhofft habe, hätten sich als ergebnislos erwiesen. Daher seien die Aufrufe zu einem Dialog „sinnlos“, äußerte er:

    „Daher glaube ich, dass die Aufrufe jeglicher Partei zum Dialog unangebracht sind. Das tun internationalen Organisationen, die Vereinten Nationen, und wir akzeptieren das natürlich, die OSZE tut das auch, da sie auch über ein Mandat verfügt. Und diejenigen, die einfach sagen: Beginnt einen Dialog, und wir werden helfen – das ist nicht nötig. Nun ist die Stunde der Wahrheit gekommen“, so der aserbaidschanische Präsident.

    Warnung vor Provokationen

    Alijew warf außerdem dem Nachbarland vor, neue Provokationen in Bergkarabach vorzubereiten:

    „Mir liegen Informationen vor, dass die armenische Seite neue Provokationen vorbereitet. Es wird beabsichtigt, Siedlungen zu beschießen, und das wird auch weiterhin getan .Die Zahl der Opfer unter unserer Zivilbevölkerung nimmt täglich zu“, äußerte er.

    Kämpfe gegen Zivilisten untersagt

    Allerdings habe er angeordnet, nicht gegen die Zivilisten zu kämpfen, sagte der Präsident:

    „Wir haben nie gegen die Zivilbevölkerung gekämpft. Sobald die Gegenoffensive begann, wies ich das Kommando und das Verteidigungsministerium an, dass keine Maßnahmen gegen die Zivilbevölkerung Armeniens ergriffen werden sollten“.

    „Kämpfe werden aufhören, wenn Jerewan seine Truppen abzieht“

    Die Kämpfe in Bergkarabach würden aufhören, wenn Jerewan seine Truppen abziehen und Aserbaidschan seine territoriale Integrität wiederherstellen werde.

    „Wir haben Verluste. Aber unsere Sache ist eine richtige. Das Völkerrecht ist auf unserer Seite (...) Wir haben eine Bedingung – den bedingungslosen Rückzug der armenischen Streitkräfte aus den besetzten Gebieten. Falls die armenische Regierung diese Bedingung erfüllt, werden die Kämpfe aufhören und der Frieden wird kommen“, sagte er.

    Wenn das armenische Volk in Frieden leben wolle, müsse es seine Staatsführung zur Rechenschaft ziehen, forderte Alijew:

    „Ich bin sicher, dass das armenische Volk meine Worte richtig verstehen, sie richtig deuten wird. Wir haben mit dem armenischen Volk nichts zu tun, Aserbaidschan ist ein multinationales Land, viele Ethnien leben hier in Frieden und Wohlstand, darunter das armenische Volk. Tausende Armenier leben in Aserbaidschan, niemand wird ihnen ein böses Wort sagen, sie sind unsere Bürger“, so der Präsident abschließend.

    asch/sna/ae

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    Truppenabzug, Bergkarabach-Konflikt, Bergkarabach-Konflikt, Armenien, Aserbaidschan