15:34 30 Oktober 2020
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    Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat am Mittwoch in separaten Telefongesprächen mit den Außenministern Aserbaidschans und Armeniens, Dscheihun Bajramow und Sohrab Mnazakanjan, zu einem sofortigen Waffenstillstand in Bergkarabach und einer baldigen Wiederaufnahme der Verhandlungen aufgerufen.

    „Die russische Seite äußerte ernsthafte Besorgnis über die anhaltenden groß angelegten Kampfhandlungen“, heißt es in einer offiziellen Erklärung des russischen Außenministeriums.

    Russland rufe auf,  den Waffenstillstand unverzüglich einzuhalten, die Spannungen zu deeskalieren sowie eine provokative und militante Rhetorik nicht zuzulassen.

    „Betont wurde die Notwendigkeit einer baldigen Rückkehr der Seiten an den Verhandlungstisch“, heißt es weiter.

    Lawrow betonte, dass Russland sowohl selbstständig als auch zusammen mit anderen Ko-Vorsitzenden der OSZE-Minsk-Gruppe weiterhin Vermittlungsbemühungen unternehmen werde, um Bedingungen für die Beilegung des Berg-Karabach-Konflikts mit politischen und diplomatischen Mitteln zu schaffen.

    Der aserbaidschanische Präsident Ilcham Alijew
    © Sputnik / Pressedienst des aserbaidschanischen Präsidenten
    Moskau sei bereit, als Plattform für die Organisation entsprechender Kontakte, einschließlich des nächsten Treffens der Außenminister Aserbaidschans, Armeniens und Russlands, zu dienen.

    Die Situation um Bergkarabach hatte sich am Sonntagmorgen zugespitzt. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Armenien verkündete wegen der Zuspitzung der Lage den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung. Das aserbaidschanische Parlament beschloss ebenfalls, das Kriegsrecht in einigen Städten und Regionen auszurufen. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen Tote zu beklagen. Die Gefechte dauern an

    Die Türkei erklärte ihre Bereitschaft, Aserbaidschan im Bergkarabach-Konflikt sowohl am Verhandlungstisch als auch auf dem Kampffeld zu unterstützen. Nach Ansicht der Türkei hält Armenien seit Jahrzehnten aserbaidschanisches Land besetzt. Aserbaidschan sei nun gezwungen gewesen, dieses Problem selbst zu lösen, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Hinblick auf die Kampfhandlungen in Bergkarabach. 

    Moskau reagierte darauf umgehend und betonte, dass jegliche Erklärungen über eine militärische Unterstützung für Armenien oder Aserbaidschan den Bergkarabach-Konflikt nur befeuern würden. Laut Kremlsprecher Dmitri Peskow lehnt Russland diesen Ansatz entschieden ab. Auch im Rahmen des Militärbündnisses OVKS zwischen Russland und Armenien als einer der Bündnispartner ziehe Russland derzeit keine militärische Unterstützung in Erwägung. 

    sm/sna/gs

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    Tags:
    Aserbaidschan, Armenien, Waffenruhe, Sergej Lawrow