18:29 19 Oktober 2020
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    Nach mehreren Meldungen über den angeblichen Einsatz von Söldnern in Bergkarabach hat das russische Außenministerium dazu Stellung genommen. Moskau zeigte sich über den Vorgang besorgt und warnte vor einer weiteren Eskalation des Konflikts.

    Laut dem Außenministerium liegen vermehrt Angaben über die Entsendung von Kämpfern aus illegalen militanten Gruppierungen in die Konfliktzone in Bergkarabach vor. Diese sollen unter anderem aus Syrien und Libyen kommen.

    „Wir sind über diese Prozesse zutiefst beunruhigt, welche nicht nur zu einer weiteren Eskalation in der Konfliktzone führen, sondern auch langfristige Gefahren für die Sicherheit aller Länder in der Region mit sich bringen“, heißt es in einer Mitteilung des Außenministeriums.

    „Wir rufen die Regierungen aller betroffen Länder dazu auf, Maßnahmen zur Vereitelung des Einsatzes von ausländischen Terroristen und Söldnern zu ergreifen – sowie zu deren unverzüglichem Abzug aus der Region“, heißt es weiter.

    Moskau rief bereits am Montag Jerewan und Baku zur maximalen Zurückhaltung und einer politisch-diplomatischen Regelung des Konflikts auf. Zudem warnte der russische Außenminister Sergej Lawrow beide Konfliktparteien vor provokanter und militanter Rhetorik. Jetzt sei eine baldige Rückkehr an den Verhandlungstisch notwendig, äußerte Lawrow. Laut dem Außenminister ist Moskau bereit als Plattform für die Organisation entsprechender Gespräche zu dienen.

    Der Pressesprecher der türkischen Regierungspartei AKP, Ömer Çelik, warf Armenien vor Kurzem den Einsatz von Söldnern in Bergkarabach vor, die mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK – militante Untergrundorganisation, in der Türkei verboten) in Verbindung stehen sollen.

    Wiederherstellung von territorialer Integrität

    Der aserbaidschanische Präsident Ilcham Alijew sagte im Hinblick auf eine mögliche Waffenruhe, dass diese nur unter der Bedingung des Abzugs der armenischen Truppen aus Bergkarabach zustande kommen werde. Die derzeitigen Kämpfe rechtfertigte er mit der „Wiederherstellung der territoriale Integrität“ Aserbaidschans und berief sich auf das Völkerrecht.

    Am Dienstag schlug der aserbaidschanische Präsident Friedensverhandlungen mit Armenien aus und erklärte dies mit inakzeptablen Bedingungen vonseiten Armeniens. Demnach beharre Jerewan darauf, dass Bergkarabach zu Armenien gehöre – nach Ansicht von Alijew ist das jedoch mit dem Völkerrecht unvereinbar und verstößt gegen das Verhandlungsformat, das von der Minsker Gruppe der OSZE geführt wird und seit 20 Jahren Bestand hat.

    Der armenische Premierminister Nikol Paschinjan hatte zuvor von einer „existenziellen Bedrohung“ und einer „Kriegserklärung an das armenische Volk“ gesprochen. Darüber hinaus rief er die internationale Gemeinschaft dazu auf, das Vorgehen von Aserbaidschan und der Türkei zu verurteilen und von Ankara den Rückzug aus der Region zu fordern. Armenien wirft der Türkei vor, an Kampfhandlungen in Bergkarabach beteiligt zu sein.

    Schwere Kämpfe waren am vergangenen Wochenende zwischen Armenien und Aserbaidschan ausgebrochen. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen Tote zu beklagen. 

    mka/sna/gs

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    Tags:
    Söldner, Bergkarabach-Konflikt