18:33 19 Oktober 2020
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    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Minsker OSZE-Gruppe für Bergkarabach kritisiert und ihre Appelle nach einer Feuereinstellung in der Region als unzulässig abgewiesen.

    „Die Minsker Gruppe, zu der die USA, Russland und Frankreich gehören, war im Laufe von 30 Jahren nicht imstande, das Karabach-Problem zu lösen“, sagte Erdogan am Donnerstag im Landesparlament.

    „Und heute versucht sie (die Gruppe), einen Weg zur Aussöhnung vor dem Hintergrund negativer Ereignisse zu finden, was unzulässig ist. Sollte tatsächlich der Wunsch bestehen, (eine Lösung) herbeizuführen, würden die Okkupanten diese Territorien zu verlassen haben. Nur so wird das Problem vom Tisch kommen“, betonte der türkische Präsident.

    Er habe das Problem mit seinen Amtskollegen aus Russland, den USA und Frankreich erörtert. „Das Resultat blieb aus. Unsere Brüder können nicht in ihre Häuser zurückkehren. Jetzt ist höchste Zeit, um Resultate herbeizuführen. Und Aserbaidschan unternimmt Schritte, um die Nabelschnur selbstständig zu durchtrennen“, sagte Erdogan.

    Aufflammender Krieg im Südkaukasus

    Der schwelende Konflikt zwischen den Nachbarländern Armenien und Aserbaidschan um die Exklave Bergkarabach artete in der Vorwoche in einen regelrechten Krieg aus. Beide Seiten setzen Panzer, Mehrfachraketenwerfer und Fernkampf-Artillerie ein, darunter gegen zivile Ziele. Bislang dürften hunderte Soldaten sowie mehrere unbeteiligte Zivilisten auf beiden Seiten getötet worden sein.

    Bergkarabach-Konflikt

    Der Konflikt in der hauptsächlich von Armeniern bewohnten völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörenden Region Bergkarabach brach im Februar 1988 aus, nachdem das Autonome Gebiet Bergkarabach mit Verwaltungszentrum in Stepanakert den Austritt aus dem Staatsverband der damaligen Aserbaidschanischen SSR verkündet hatte. Im September 1991 rief Stepanakert die Republik Bergkarabach aus, zu der das frühere autonome Gebiet und einige benachbarte von Armeniern bewohnte Siedlungen gehörten. Baku erklärte diesen Schritt für gesetzwidrig und löste die Autonomie von Karabach auf.

    Darauf kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Die Karabach-Armenier wurden von armenischen Diasporen in aller Welt unterstützt, während Aserbaidschan mit Gewalt versuchte, die Abspaltung der Region zu verhindern. Am 12. Mai 1994 trat ein Waffenstillstandsabkommen in Kraft. Aserbaidschan verlor seine Kontrolle über Berg-Karabach sowie gänzlich bzw. teilweise über sieben benachbarte Kreise.

    Verhandlungen über die friedliche Beilegung des Konflikts werden seit 1992 im Rahmen der Minsker OSZE-Gruppe geführt. Ihre Co-Vorsitzenden sind die USA, Russland und Frankreich. Bei dem Konflikt kamen geschätzt rund 30.000 Menschen ums Leben.

    am/mt

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    Tags:
    Kritik, Bergkarabach-Konflikt, Position, OSZE, Recep Tayyip Erdogan, Türkei