01:24 31 Oktober 2020
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    Fall Nawalny: Streit um Vergiftung des Kreml-Kritikers (124)
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    Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja hat die Behauptung des Kreml-Kritikers und Bloggers Alexej Nawalny, hinter dem Giftanschlag auf ihn stehe der russische Präsident Wladimir Putin, als unmoralisch und beleidigend bezeichnet.

    Nach seiner Entlassung aus der stationären Behandlung in der Berliner Klinik Charité sagte Nawalny gegenüber dem „Spiegel“: „Ich behaupte, dass hinter der Tat Putin steht, und andere Versionen des Tathergangs habe ich nicht.“

    „Wir bekommen heute viel zu hören, dass Nawalny erklärt haben soll, er sei überzeugt, dass Putin dahinterstehe und er keine anderen Versionen sehe. Ich möchte nicht einmal fragen, wofür Putin so etwas bräuchte. Das ist ein Absurdum im Prinzip“, sagte Nebensja auf einer Pressekonferenz.

    „Aber ich möchte sagen: Allein schon eine Erklärung dieser Art (…) ist beleidigend. Es ist unmoralisch, so etwas zu behaupten, ganz zu schweigen von der simplen Frage: Wozu brauchen Russland und die russischen Behörden so etwas?“, sagte der UN-Botschafter.

    Vorgeschichte

    Nawalny war am 20. August in ein Krankenhaus im sibirischen Omsk gebracht worden, nachdem er beim Flug nach Moskau zusammengebrochen war. Örtliche Ärzte stellten bei Nawalny schwere Stoffwechselstörungen fest, deren Ursache unklar war. Giftspuren wurden weder im Blut noch im Urin nachgewiesen.

    Auf Drängen seiner Familie wurde der 44-Jährige zur weiteren Behandlung nach Deutschland ausgeflogen und in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt. Die Bundesregierung teilte unter Berufung auf Bundeswehr-Mediziner mit, dass bei Nawalny Spuren eines Nervengifts aus der Nowitschok-Gruppe festgestellt worden seien. Beweise wurden bislang nicht vorgelegt. 

    Berlin zufolge wurden die Schlussfolgerungen deutscher Experten in Labors in Schweden und Frankreich bestätigt.

    Die russische Generalstaatsanwaltschaft hatte im August drei Rechtshilfeersuchen im Fall Nawalny an Deutschland gestellt.

    Nawalny hatte am 22. September die Klinik verlassen. Sein Zustand sei zufriedenstellend, hieß es am nächsten Tag bei der Charité.

    ls/sb

     

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