04:24 29 Oktober 2020
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    Die deutsche Botschaft in Moskau hat am Freitag zum 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung das Grußwort des ehemaligen Sowjetpräsidenten Michail Gorbatschow veröffentlicht.

    Der 89-Jährige Friedensnobelpreisträger gratulierte den Deutschen in seinem Schreiben zum 30. Jahrestag „eines großen, wahrhaft historischen Ereignisses – der deutschen Wiedervereinigung“. Der Feiertag sei Teil eines großen internationalen Jubiläums.

    „Die Wiedervereinigung Deutschlands wurde zum Symbol für die Überwindung der Spaltung Europas, für das Ende des Kalten Krieges.“

    Geschehnisse in der UdSSR als erster Impuls für Wiedervereinigung

    Der Weg zur Wiedervereinigung sei nicht einfach gewesen. Den ersten Impuls für diesen Prozess hätten die Veränderungen gegeben, die in der Sowjetunion begonnen hätten – Perestroika und Glasnost. Die Situation sei angespannt gewesen, jeder unvorsichtige Schritt hätte zur Explosion führen können. In Europa, auch in der UdSSR, habe es Zweifel und Unruhe gegeben, die auch berechtigt gewesen seien.

    Als die Geschichte nun ihren Lauf beschleunigt habe, als die Deutschen in Ost und West erklärt hätten „wir sind das Volk“, habe es deshalb auf Seiten der politischen Führung „Weisheit, Beherrschung, große Bedachtsamkeit und eine Vision“ gebraucht.

    „Das war eine Prüfung. Und gemeinsam haben wir sie bestanden.“

    Gorbatschow bezeichnete die Wiedervereinigung als „immens wichtige historische Aufgabe“, die ungeachtet der „Schwierigkeiten, Hindernisse und Risiken, die auf Schritt und Tritt auftauchten“, bewältigt werden konnte. Dokumente seien unterzeichnet worden, welche die Grundlage für die Sicherheit in Europa unter neuen Bedingungen gelegt hätten.

    Heutige Lage alarmierend

    Es dürfe nicht zugelassen werden, dass jemand versuche, das russische und das deutsche Volk zu entzweien. Dies sei jetzt besonders wichtig, „wo so vieles in der Welt Besorgnis“ wecke. Die Situation in Europa und in der Welt überhaupt sei „alarmierend“.

    „Die Gründe dafür sind kompliziert und mehrdeutig, aber ich muss die Verantwortung derer erwähnen, welche sich zum Sieger im Kalten Krieg erklärt haben und sich selbst ‚besondere Rechte‘ in der Weltpolitik zugesprochen haben“, schrieb der Ex-Sowjetpräsident.

    Es brauche „große Bemühungen, politischen Willen und Weisheit“, um das Vertrauen wiederherzustellen und auf den Weg der Zusammenarbeit zurückzukehren. Das sei zwar schwer, der 89-Jährige zeigte sich aber sicher, dass es möglich sei.

    An diesem Samstag jährt sich die Vereinigung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik zum 30. Mal.

    mo/mt

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