18:07 19 Oktober 2020
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    Aserbaidschan hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums Armeniens in den zurückliegenden 24 Stunden 540 Soldaten an Toten verloren. Mehr als 700 aserbaidschanische Militärs seien verletzt worden, teilte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Eriwan mit.

    „Zerstört wurden auch 45 Einheiten von Kampftechnik sowie sechs Flugzeuge, drei Hubschrauber und sechs Drohnen“, hieß es.

    Den Angaben zufolge waren aserbaidschanische Drohnen in den Luftraum Armeniens eingedrungen. Eine davon sei unweit der Hauptstadt Eriwan abgeschossen worden.

    ​Aufflammender Krieg im Südkaukasus

    Am 27. September hatte das Verteidigungsministerium Aserbaidschans mitgeteilt, dass die armenischen Streitkräfte aserbaidschanische Siedlungen an der Trennlinie in der Exklave Bergkarabach beschossen hatten. Es gebe Tote und Verletzte unter den Militärs und Zivilisten.

    Nach Angaben aus Eriwan wurde Bergkarabach mit Raketen beschossen, darunter auch die Hauptstadt Stepanakert. In der nicht anerkannten Republik Bergkarabach und in Armenien seien der Kriegszustand und die allgemeine Mobilmachung ausgerufen worden.

    Die Staatschefs Russlands, der USA und Frankreichs – Co-Vorsitzende der Minsker OSZE-Gruppe für Bergkarabach – riefen die Konfliktseiten zur unverzüglichen Einstellung der Kampfhandlungen auf. Die Präsidenten Wladimir Putin, Donald Trump und Emmanuel Macron sprachen den Familien der getöteten und verletzten Soldaten ihr tiefempfundenes Beileid aus.

    Bergkarabach-Konflikt

    Der Konflikt in der hauptsächlich von Armeniern bewohnten völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörenden Region Bergkarabach brach im Februar 1988 aus, nachdem das Autonome Gebiet Bergkarabach mit Verwaltungszentrum in Stepanakert den Austritt aus dem Staatsverband der damaligen Aserbaidschanischen SSR verkündet hatte. Im September 1991 rief Stepanakert die Republik Bergkarabach aus, zu der das frühere autonome Gebiet und einige benachbarte von Armeniern bewohnte Siedlungen gehörten. Baku erklärte diesen Schritt für gesetzwidrig und löste die Autonomie von Karabach auf.

    Darauf kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Die Karabach-Armenier wurden von armenischen Diasporen in aller Welt unterstützt, während Aserbaidschan mit Gewalt versuchte, die Abspaltung der Region zu verhindern. Am 12. Mai 1994 trat ein Waffenstillstandsabkommen in Kraft. Aserbaidschan verlor seine Kontrolle über Bergkarabach sowie gänzlich bzw. teilweise über sieben benachbarte Kreise.

    Verhandlungen über die friedliche Beilegung des Konflikts werden seit 1992 im Rahmen der Minsker OSZE-Gruppe geführt. Ihre Co-Vorsitzenden sind die USA, Russland und Frankreich. Bei dem Konflikt kamen geschätzt rund 30 000 Menschen ums Leben.

    am/sna/mt

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    Tags:
    Verluste, Kämpfe, Armenien, Aserbaidschan, Bergkarabach-Konflikt