06:43 20 Oktober 2020
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    Alexej Nawalny wird auch weiter von westlichen „Drahtziehern bevormundet", selbst wenn der Kreml-Kritiker nach Russland zurückkehrt. Diese Auffassung vertrat Andrej Klimow, Mitglied des russischen Föderationsrates (Parlamentsoberhaus), im Interview mit der „Parlamentskaja gaseta“.

    Laut Klimow liegt das Schicksal des Bloggers nun in der Hand westlicher Spezialisten, von deren Entscheidung auch seine Rückkehr abhänge.

    „Möglicherweise werden sie es richtig finden, ihn wieder nach Russland zurückkehren zu lassen. Da diese Personen aber lange Arme haben, wie man früher so sagte, würde die Bevormundung weiter andauern, selbst wenn dieser Bürger zurückehren sollte. Beiläufig gesagt: Bevor er ausgeflogen wurde, war er ebenfalls von dort aus bevormundet worden“, so Klimow. 

    Dem Politiker zufolge werden Personen vom Typ Nawalny vom Westen als „Sturmabteilungen“ für die Suche nach „Schwachstellen im System der russischen Souveränität“ genutzt.

    Klimow hatte zuvor einen Artikel veröffentlicht, in dem Nawalny als „Geisel westlicher Geheimdienste“ bezeichnet wurde. Wenn der Blogger nicht behauptet hätte, er sei von der Schuld der russischen Behörden an seiner Vergiftung überzeugt, hätte dies mit seinem Tod enden können.

    Der russische regierungskritische Blogger Alexej Nawalny hatte am 20. August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau das Bewusstsein verloren, woraufhin das Flugzeug umgehend in der Stadt Omsk notgelandet war. Er wurde in ein Omsker Krankenhaus gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt. Örtliche Ärzte stellten bei ihm schwere Stoffwechselstörungen fest, deren Ursache unklar war. Giftspuren wurden weder im Blut noch im Urin nachgewiesen.

    Später wurde der 44-Jährige auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt.

    Die Bundesregierung teilte unter Berufung auf Bundeswehr-Mediziner mit, dass bei Nawalny Spuren eines Nervengifts aus der Nowitschok-Gruppe festgestellt worden seien. Beweise wurden bislang nicht vorgelegt. Berlin zufolge wurden die Schlussfolgerungen deutscher Experten in Labors in Schweden und Frankreich bestätigt.

    Eine Anfrage Moskaus, detailliertere Informationen zu Nawalnys Testergebnissen zur Verfügung zu stellen, blieb ohne Antwort.

    Am 23. September hatte die Berliner Charité die Entlassung Nawalnys aus der stationären Behandlung bekanntgegeben.

    ls/sb

     

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    Föderationsrat, Parlamentskaja Gaseta, Andrej Klimow, Alexej Nawalny, Deutschland, Russland