23:53 29 Oktober 2020
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    Das türkische Bohrschiff „Yavuz“ hat zum ersten Mal seit mehreren Monaten seine Position im Südwesten der Republik Zypern am Sonntag verlassen.

    Seit Monaten suchte die Schiffsbesatzung an dieser Stelle nach Erdgas – dies ohne Genehmigung der von den Vereinten Nationen anerkannten Regierung in Nikosia.

    Aus Regierungskreisen in Nikosia hieß es, dass der Zielhafen der „Yavuz“ unklar sei. Es könnte demnächst ein weiteres Zeichen für die Entspannung im Ost-Mittelmeer bedeuten, sollte das Bohrschiff seinen Kurs in Richtung Norden beibehalten.

    Die „Yavuz“ könnte somit nach Verlassen der Zypern-Gewässer in türkische Gewässer zurückkehren.

    Nikosia und Ankara rügen sich seit vielen Jahre wegen einer Ausschließlichen Wirtschaftszone rund um die Insel, die die drittgrößte im Mittelmeer ist.

    Vorgeschichte

    Die Türkei will das EU-Land Zypern nicht anerkennen und lehnt demnach die Erdgaserkundung durch die Zypern-Regierung ab. Dies – solange die Zypernfrage nicht gelöst ist und bis die Zyprer türkischer Herkunft, die in überwiegender Mehrheit in der international nur von Ankara anerkannten Türkischen Republik Nordzypern leben, nicht zustimmen würden.

    Erste Bohrungen hatte die Regierung von Nikosia schon vornehmen lassen. Die ersten Erdgasfelder seien demnach südlich der Insel erkundet. Eine weitere Suche nach Gasvorkommen soll 2021 starten.

    In den vergangenen Monaten hatte sich der Streit zwischen der Türkei und Griechenland und zwischen der Türkei und Zypern im Ost-Mittelmeer verschärft – dies wegen der Erdgasvorkommen.

    Ankara und Athen hatten in der Zwischenzeit dank einer Vermittlung Berlins vereinbart, Sondierungsgespräche zur Überwindung dieses Streits aufzunehmen.

    ek/mt/dpa

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    Tags:
    Gespräche, Gasstreit, Erdgas, Mittelmeer, Türkei, Griechenland, Nordzypern, Zypern