06:11 27 Oktober 2020
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    In einer Ansprache an die UN-Generalversammlung hat der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif von der internationalen Gemeinschaft sofortige Maßnahmen gegen Israel gefordert.

    Iranische Offizielle haben zuvor bereits mehrmals auf Israel als auf die einzige Nation des Nahen Ostens hingewiesen, die tatsächlich über Atomwaffen verfüge. Dem Thema widmete sich Sarif auch in seiner am Freitag auf der offiziellen Webseite des Ministeriums veröffentlichten Rede anlässlich des Internationalen Tags der völligen Abschaffung der Nuklearwaffen.

    „Die internationale Gemeinschaft muss Israel (…) dazu nötigen, sofort dem Atomwaffensperrvertrag beizutreten und sein Kernwaffenarsenal zu zerstören“, so der iranische Minister.

    Die Vereinigten Staaten seien bislang „weltweit einziger Verursacher eines Atomwaffenangriffs“, sagte Sarif unter Verweis auf die US-amerikanischen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. August und 9. August 1945. Washington erweise nun Israel eine „blinde Unterstützung“.

    „Genug ist genug“

    Die Generalversammlung soll aus Teherans Sicht es als bindende Norm des internationalen Rechts verkünden, dass ein nuklearer Krieg nicht gewonnen – und auch nie geführt – werden dürfte.

    „Im vorigen Jahr wurden 72,9 Milliarden Dollar für Atomwaffen ausgegeben – die Hälfte davon von den USA allein“, hieß es aus Teheran. „Genug ist genug.“

    Aus Irans Sicht sollte dieses Geld lieber für die Covid-19-Bekämpfung bereitgestellt werden, statt es für Massenvernichtungsinstrumente zu verschwenden.

    Atomwaffensperrvertrag

    Der Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen, oder Nuklearer Nichtverbreitungsvertrag (NVV), wurde von den fünf Atommächten USA, Frankreich, VR China, Großbritannien und der UdSSR initiiert und mittlerweile (2015) von 191 Vertragsstaaten unterzeichnet beziehungsweise akzessiert.

    Nur vier Staaten sind nicht Mitglied des Atomwaffensperrvertrags geworden: Indien, Israel, Pakistan und der Südsudan. Nordkorea trat im Januar 2003 aus dem Vertrag aus und dessen endgültiger Status wird seither von der NVV-Gemeinschaft offen gehalten.

    mo/mt

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