08:21 23 Oktober 2020
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    Laut dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilcham Alijew muss die Beilegung des Konflikts mit Armenien per Dialog erfolgen – unter der Bedingung, dass es eine Grundlage dafür gibt.

    „Wir stimmen dem Standpunkt zu, dass das Problem mit Armenien per Dialog gelöst werden muss. Dafür muss es aber eine Grundlage geben. Armeniens Premier sollte die Treue zu den bisherigen Vereinbarungen bekunden, laut denen die Territorien in Bergkarabach als besetzte aserbaidschanische Territorien anerkannt wurden“, sagte Alijew im Interview mit dem arabischen Fernsehsender Al-Arabiya.

    Für die Einstellung der militärischen Handlungen durch Baku sei es notwendig, dass der armenische Premier, der „die besetzten aserbaidschanischen Gebiete armenisch nannte“, Entschuldigungen dafür entgegenbringe, sagte Alijew.

    Am 27. September hat das aserbaidschanische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass die armenischen Streitkräfte Ortschaften an der Berührungslinie in Karabach beschossen hätten. Nach den Angaben gebe es Tote unter Zivilisten und Soldaten.

    Aserbaidschanische Militärs bei Kämpfen in Bergkarabach, 27. September 2020
    © Sputnik / Verteidigungsministerium Aserbaidschans / Handout
    Laut einer Erklärung des armenischen Verteidigungsministeriums war „Karabach Luft- und Raketenangriffen ausgesetzt“.

    Wie es in Eriwan hieß, habe Baku eine Offensive in Richtung Karabach gestartet. Nach Angaben aus der nicht anerkannten Republik Bergkarabach wurden friedliche Siedlungen, darunter die Hauptstadt Stepanakert, unter Artilleriebeschuss genommen.

    In Armenien wurden inzwischen der Kriegszustand und die allgemeine Mobilmachung ausgerufen.

    Der Präsident von Aserbaidschan verhängte eine Ausgangssperre im Land. Zudem kündigte er eine teilweise Mobilmachung sowie den Kriegszustand in einer Reihe von Städten und Regionen an.

    Die Staatschefs Russlands, der USA und Frankreichs – Co-Vorsitzende der Minsker OSZE-Gruppe für Bergkarabach – riefen die Konfliktseiten zur unverzüglichen Einstellung der Kampfhandlungen auf. Die Präsidenten Wladimir Putin, Donald Trump und Emmanuel Macron sprachen den Familien der getöteten und verletzten Soldaten ihr tiefempfundenes Beileid aus.

    Konflikt um Bergkarabach

    Der Konflikt in der hauptsächlich von Armeniern bewohnten Region Bergkarabach brach im Februar 1988 aus, nachdem das Autonome Gebiet Bergkarabach mit Verwaltungszentrum in Stepanakert den Austritt aus dem Staatsverband der damaligen Aserbaidschanischen SSR verkündet hatte. Im September 1991 rief Stepanakert die Republik Bergkarabach aus. Baku erklärte diesen Schritt für gesetzwidrig und löste die Autonomie von Karabach auf. Daraufhin kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen.

    Am 12. Mai 1994 trat ein Waffenstillstandsabkommen in Kraft. Aserbaidschan verlor seine Kontrolle über Bergkarabach sowie gänzlich bzw. teilweise über sieben benachbarte Kreise.

    Verhandlungen über die friedliche Beilegung des Konflikts werden seit 1992 im Rahmen der Minsker OSZE-Gruppe geführt. Ihre Co-Vorsitzenden sind die USA, Russland und Frankreich. Bei dem Konflikt kamen geschätzt rund 30.000 Menschen ums Leben.

    ls/mt

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    Tags:
    TV-Sender Al-Arabiya, Minsker OSZE-Gruppe, Verteidigungsministerium, Ilcham Alijew, Armenien, Aserbaidschan