16:06 30 Oktober 2020
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    Bei einer nicht genehmigten Großaktion in der Hauptstadt Minsk am Sonntag hat die Polizei Wasserwerfer gegen Demonstranten eingesetzt. Dies bestätigte die örtliche Polizei gegenüber der RIA Novosti.   

    „Im Zentrum von Minsk findet eine nicht genehmigte Massenaktion statt. Die Polizei fordert die Teilnehmer dieser Veranstaltung auf, sich nicht für die Provokationen einfangen zu lassen und sich zu zerstreuen, wobei sie erneut daran erinnert, dass dies (...) eine nicht genehmigte  Versammlung ist“, so die Behörde.

    Eine Kolonne von Demonstranten mit Flaggen sei den Prospekt der Sieger entlang gezogen und nahe einem Wohnhaus seien die Soldaten der Truppen des Innenministeriums mit Spezialausrüstung ihnen entgegengekommen, berichteten Augenzeugen. Die Sicherheitskräfte hätten einen Wasserwerfer eingesetzt, wonach die Menge sich zerstreut habe. Mehrere Personen seien festgenommen worden, hieß es.

    Später habe die Polizei erneut einen Wasserwerfer eingesetzt, diesmal in der Nähe des Hotels „Jubilejnaja“, hieß es weiter. Dies sei geschehen, als eine Gruppe von Demonstranten in Richtung Stadtzentrum ziehen wollte. Eine orange Flüssigkeit sei gegen sie verwendet worden. Augenzeugen zufolge wird der Wasserwerfer weiterhin im Versuch eingesetzt, die Kolonne zum Anfang des Prospekts der Sieger zu drängen.

    Der Pressedienst der Städtischen Hauptabteilung für innere Angelegenheiten des Exekutivkomitees Minsk teilte RIA Novosti mit, dass mehrere Dutzend Menschen bei den Massenaktionen in der Stadt festgenommen worden seien.

    Wegen der Großaktionen mussten in Minsk mehrere U-Bahn-Stationen vorübergehend geschlossen werden.

    Lage in Weißrussland

    Anfang August fanden in Weißrussland Präsidentschaftswahlen statt. Alexander Lukaschenko hatte sich zum sechsten Mal in Folge zum Wahlsieger ausrufen lassen. Nach Angaben der weißrussischen Wahlbehörde kam der seit 1994 regierende Lukaschenko auf 80,1 Prozent der Stimmen. Seine Hauptrivalin Swetlana Tichanowskaja kam auf etwa zehn Prozent. Die Opposition hatte die Niederlage ihrer Anführerin nicht anerkannt und erklärte Tichanowskaja zur wahren Siegerin des Wahlrennens. Es kam zu Massenprotesten in vielen Städten des Landes.

    Die Demonstrationen waren nicht von den Behörden genehmigt. Nach offiziellen Angaben wurden in den ersten Tagen über 6.700 Menschen festgenommen. Wie das Innenministerium des Landes berichtete, wurden bei den Unruhen Hunderte von Menschen, darunter über 130 Strafverfolgungsbeamte, verletzt. Die Behörden haben den Tod von drei Demonstranten offiziell bestätigt.

    Die Protestaktionen dauern bis heute an, die größten Veranstaltungen finden am Wochenende statt. Auch die Anhänger von Präsident Alexander Lukaschenko, der am 23. September für die neue Amtszeit vereidigt worden war, führen ihre Veranstaltungen durch.

    Minsk hatte wiederholt betont, dass die Proteste aus dem Ausland koordiniert würden. Laut Lukaschenko mischt sich der Westen in die Situation im Land ein: Die Unruhen würden von den USA aus gelenkt und die Europäer „spielen mit“.

    pd/mt/sna

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    Tags:
    Alexander Lukaschenko, Wahl, Protest, Demonstranten, Polizei, Proteste, Weißrussland