06:47 20 Oktober 2020
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    Trumps Ausfahrt verantwortungslos; Weiter Weg bis zur Normalität in der Corona-Krise sagt Scholz; Demonstrant in Chile von Brücke gestoßen; Maximale Alarmstufe im Kampf gegen Corona in Paris; Partys in Flüchtlingsheim aufgelöst; Keine Corona-Restriktionen mehr in Auckland

    Sputnik präsentiert Ihnen in Kürze, was in der Nacht zum Montag geschehen ist.

    Trumps Ausfahrt verantwortungslos

    Der mit dem Coronavirus infizierte US-Präsident Donald Trump hat das Krankenhaus für wenige Minuten verlassen, um seine Anhänger außerhalb der Klinik zu grüßen. Die kurze Ausfahrt stößt bei Ärzten und US-Senatoren jetzt auf scharfe Kritik. Jede einzelne Person im Fahrzeug müsse während dieses völlig unnötigen Vorbeifahrens des Präsidenten für 14 Tage unter Quarantäne gestellt werden, sagte Dr. James Phillips, behandelnder Arzt im Walter Reed Militärkrankenhaus. Trump wurde wegen seiner Coronavirus-Infektion in diesem Krankenhaus stationär aufgenommen. Sie könnten krank werden. Sie könnten sterben. Wegen politischem Theater. Die Verantwortungslosigkeit sei erstaunlich. Trump war am Sonntagabend mit einer Maske auf dem Rücksitz eines schwarzen SUV zu sehen, wie er seinen Anhängern zuwinkte. Auf den Vordersitzen des Fahrzeugs saßen zwei Personen.

    Weiter Weg bis zur Normalität in der Corona-Krise sagt Scholz

    Bundesfinanzminister Olaf Scholz geht davon aus, dass es in der Corona-Krise keine schnelle Rückkehr zur Normalität geben wird. Er glaube, dass niemand da jetzt Illusionen verbreiten sollte, sagte der Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat am Abend in der ARD. Selbst wenn man wirksamere Therapien hätte, als sie gegenwärtig zur Verfügung stünden und wenn man einen Impfstoff oder mehrere Impfstoffe hätte, dann werde es ganz lange brauchen, bis die für alle verfügbar gemacht worden sind. Zur Normalität sei es noch ein weiter Weg.

    Demonstrant in Chile von Brücke gestoßen

    Gegen einen Polizisten in Chile ist Haftbefehl erlassen worden, nachdem er einen jugendlichen Demonstranten eine Brücke hinuntergestoßen hatte. Die Staatsanwaltschaft beschuldigte den 22-jährigen Beamten am Sonntag in einer Gerichtsanhörung per Videokonferenz, die live im Internet übertragen wurde, des versuchten Mordes. Videos von dem Vorfall bei einer regierungskritischen Demonstration am Freitag in der Hauptstadt Santiago hatten in Chile Empörung ausgelöst. In den Videos ist zu sehen, wie der Polizist in einen 16-Jährigen, der als Teil einer Gruppe davonläuft, seitlich hineinrennt und ihn stößt, so dass dieser über das Gelände der Brücke Pío Nono stürzt. Der Jugendliche überlebte den Fall aus rund sieben Metern Höhe auf das Ufer des Río Mapocho mit einem Schädel-Hirn-Trauma sowie gebrochenen Handgelenken. Sein Zustand in der Nacht war demnach stabil.

    Maximale Alarmstufe im Kampf gegen Corona in Paris

    Im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie sollen heute neue Sicherheitsmaßnahmen für die stark betroffene Millionenstadt Paris angekündigt werden. Für Frankreichs Hauptstadt und deren unmittelbare Umgebung gelte nun die „maximale Alarmstufe“, teilte Arbeitsministerin Elisabeth Borne in der Nacht auf Twitter mit. Sie rief Arbeitgeber und Beschäftigte auf, möglichst auf Heimarbeit umzustellen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Die neuen Maßnahmen könnten die Schließung von Cafés und Bars auslösen, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Amt des französischen Regierungschefs Jean Castex. Restaurants könnten mit verstärkten Corona-Vorsichtsmaßnahmen hingegen offen bleiben. In Universitäten solle es neue Beschränkungen für den Zugang zu Hörsälen geben. Frankreich registrierte im ganzen Land innerhalb von 24 Stunden 12.565 Corona-Neuinfektionen, bei rund 70 Millionen Einwohnern, wie die Behörden mitteilten.

    Partys in Flüchtlingsheim aufgelöst

    In einem Flüchtlingsheim in Landshut hat die Polizei am Samstag und am Sonntag Feiern mit Dutzenden Menschen beendet. Die Einsatzkräfte lösten die Partys aufgrund der geltenden Hygienevorschriften und zum Schutz der Bewohner auf, wie ein Sprecher sagte. Am Samstag sei infolge seiner starken Alkoholisierung ein Mann bewusstlos gewesen, ein Notarzt habe ihn versorgt. 20 Menschen seien aus dem Gebäude verwiesen worden. Da sie nicht in dieser Unterkunft wohnten, sei der Aufenthalt verboten. Sie sollen jetzt wegen Hausfriedensbruch angezeigt werden. Am Sonntag hätten etwa 100 Heimbewohner und etwa 50 Menschen, die sich unerlaubt dort aufhielten, zusammen in den Gängen des Gebäudes gefeiert. Wiederum seien die Hygienevorschriften nicht eingehalten worden. Als die Polizei erneut anrückte, flüchteten die meisten Feiernden in ihre Zimmer und die nicht im Flüchtlingsheim wohnenden verließen das Gelände.

    Keine Corona-Restriktionen mehr in Auckland

    Während in Metropolen wie Paris und Madrid die Corona-Regeln wieder verschärft werden, hebt Neuseelands größte Stadt Auckland alle Einschränkungen auf. Nach zehn Tagen ohne Ansteckungen innerhalb des Landes sei das Ende der Restriktionen gerechtfertigt, sagte Regierungschefin Jacinda Ardern heute. Von Mittwoch an werde es keine Beschränkungen in der Küstenstadt mit 1,6 Millionen Einwohnern mehr geben. Nachdem am 12. August erstmals seit dreieinhalb Monaten wieder lokale Infektionen mit dem Virus in dem Pazifikstaat bestätigt worden waren, hatten die Behörden einen Corona-Lockdown verordnet. Seither sind in Auckland etwa Versammlungen mit mehr als 100 Teilnehmern verboten, Gesichtsmasken in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht und Restaurantgäste zum Sitzenbleiben angehalten.

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    Tags:
    Maßnahmen, Coronavirus, Frankreich, Chile, Deutschland