07:23 23 Oktober 2020
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    Bundesaußenminister Heiko Maas hat den Einigungswillen der Europäischen Union in den Gesprächen über die künftigen Beziehungen zu Großbritannien hervorgehoben.

    Wie Maas am Montag nach einem Gespräch mit dem EU-Unterhändler Michel Barnier in Berlin sagte, hätten die Menschen auf beiden Seiten aktuell genug mit den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zu tun.

    „Deswegen wäre es völlig unverantwortlich, ihnen in dieser Lage noch zusätzliche Probleme durch einen No-Deal aufzubürden.“

    Die EU gehe daher mit einer konstruktiven Haltung in die Schlussphase der Verhandlungen. „Die EU verhandelt mit einem großen Einigungswillen“, sagte Maas.

    „Unsere Tür steht weiter offen für eine enge und ambitionierte Partnerschaft mit Großbritannien“, so Maas.
    Pro-Brexit-Demo in London (Archivbild)
    © Sputnik / Justin Griffiths-Williams (ARCHIVFOTO)

    Zudem warnte Maas noch einmal vor einem Scheitern der Verhandlungen über einen Handelspakt zwischen der EU und Großbritannien nach dem Brexit.

    Für Maas war das Treffen mit Barnier der erste Termin nach Ende einer fast zweiwöchigen Quarantäne. Bundesaußenminister Maas (SPD) hatte sich wegen der Corona-Infektion eines seiner Personenschützer in Quarantäne begeben müssen - auch wenn ein erster Test negativ war.

    Neunte Verhandlungsrunde verläuft ohne Durchbruch

    Am Freitag war die neunte Runde der Verhandlungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich über die künftigen Beziehungen ohne Durchbruch zu Ende gegangen. Die Zeit wird nun extrem knapp: Der britische Premierminister, Boris Johnson, hat eine Frist bis zum 15. Oktober gesetzt.

    Aus EU-Sicht muss ein Abkommen bis 31. Oktober fertig sein, damit es noch ratifiziert werden kann. Bei den Verhandlungen mit Großbritannien geht es um einen Handelspakt für die Zeit ab 2021.

    EU-Austritt des Vereinigten Königreichs

    Großbritannien war Ende Januar aus der EU ausgetreten. In einer Übergangsphase bis zum Jahresende gehört das Land aber noch zum EU-Binnenmarkt und zur Zollunion, so dass sich im Alltag fast noch nichts geändert hat. Ab Mitte September verhandeln beide Seiten wieder über ein Anschlussabkommen. Eine Einigung ist jedoch nicht in Sicht und der Ton wird schärfer. Wenn es nicht gelingen wird, einen Vertrag zu schließen, drohen Großbritannien Zölle und hohe Handelshürden.

    ns/dpa/ae

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    Tags:
    Boris Johnson, Gespräche, Brexit, Michel Barnier, Heiko Maas, Großbritannien, Deutschland