07:46 23 Oktober 2020
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    Im Konflikt um Bergkarabach werfen sich Armenien und Aserbaidschan gegenseitig gezielte Angriffe auf die Zivilbevölkerung vor. Die Nato ist besorgt über den Tod von Zivilisten und ruft laut dem Generalsekretär der Allianz, Jens Stoltenberg, zu einem Waffenstillstand und Verhandlungen auf.

    Stoltenberg hält sich zu einem Arbeitsbesuch in Ankara auf, wo er bereits Gespräche mit dem türkischen Außenminister Mevlut Chapvusoglu  geführt habe.  Er soll auch mit dem türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan zusammentreffen.

    Dieser Konflikt stelle ein Risiko für alle Bereiche dar, einschließlich des Energiesektors. Das sei eine sehr gefährliche Situation für die gesamte Region und auch für die Mitglieder des Bündnisses, sagte Stolbenterg bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Cavusoglu am Montag.

    „Es ist äußerst wichtig, dass wir allen Seiten eine sehr klare Botschaft vermitteln, dass sie den Kampf sofort einstellen und alle Bemühungen um eine friedliche, verhandelte Lösung unterstützen sollten“, unterstrich Stoltenberg.

    Beilegung des Konflikts: EU hält Minsker OSZE-Gruppe für beste Plattform

    Die Europäische Union betrachtet ihrerseits die Minsker OSZE-Gruppe für Bergkarabach als die beste Plattform zur Lösung des Konflikts in der Region. Daher seien keine Besuche des Chefs der europäischen Diplomatie, Josep Borrell in Bergkarabach geplant.

    „Der Hohe Repräsentant ist im Prinzip immer bereit, dorthin zu gehen, wo seine Bemühungen nützlich sein können, aber er betrachtet die Minsker Gruppe als die beste Plattform zur Lösung dieses Konflikts, da es sich um einen international anerkannten Mechanismus zu diesem Thema handelt“, sagte der Vertreter des außenpolitischen Dienstes der EU, Peter Stano, am Montag bei einem Briefing in Brüssel.

    Konflikt um Bergkarabach

    Am 27. September hat das aserbaidschanische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass die armenischen Streitkräfte Ortschaften an der Berührungslinie in Karabach beschossen hätten. Nach den Angaben gibt es Tote unter Zivilisten und Soldaten.

    Laut einer Erklärung des armenischen Verteidigungsministeriums war „Karabach Luft- und Raketenangriffen ausgesetzt“.

    Wie es in Jerewan hieß, hat Baku eine Offensive in Richtung Karabach gestartet. Nach Angaben aus der nicht anerkannten Republik Bergkarabach wurden friedliche Siedlungen, darunter die Hauptstadt Stepanakert, unter Artilleriebeschuss genommen.

    In Armenien wurden inzwischen der Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung ausgerufen.

    Der Präsident von Aserbaidschan verhängte eine Ausgangssperre im Land. Zudem kündigte er eine teilweise Mobilmachung sowie den Kriegszustand in einer Reihe von Städten und Regionen an.

    Die Staatschefs Russlands, der USA und Frankreichs – Co-Vorsitzende der Minsker OSZE-Gruppe für Bergkarabach – riefen die Konfliktseiten zur unverzüglichen Einstellung der Kampfhandlungen auf. Die Präsidenten Wladimir Putin, Donald Trump und Emmanuel Macron sprachen den Familien der getöteten und verletzten Soldaten ihr Beileid aus.

    sm/gs

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    Tags:
    EU, Waffenruhe, Jens Stoltenberg, NATO, Bergkarabach-Konflikt