04:21 29 Oktober 2020
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    Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) will in Kürze ein Expertenteam zur Aufklärung des Falls um den Kremlkritiker Alexej Nawalny nach Russland entsenden. Damit reagiert die Organisation auf ein entsprechendes Ersuchen aus Russland.

    Laut der OPCW soll das Schreiben über die Entsendung von Experten nach Russland im Rahmen einer Zusammenarbeit am ersten Oktober eingegangen und vom Technischen Sekretariat Russlands verfasst worden sein.

    „Der OPCW-Generaldirektor Fernando Arias hat am zweiten Oktober auf diese Anfrage mit einem Brief an den Ständigen Vertreter der Russichen Föderation in der OPCW reagiert. Er versicherte der russischen Regierung, dass das Technische Sekretariat dazu bereit sei, die angeforderte Expertise sowie ein Expertenteam in kurzer Zeit bereitzustellen“, heißt es in der Mitteilung der Organisation für das Verbot chemischer Waffen.

    Der Generaldirektor habe sich ferner bei Russland für das Vertrauen in „die unabhängige und kompetente Arbeit des Technischen Sekretariats“ bedankt, welche in der Unterstützung der Vertragsstaaten bei der Erfüllung der Chemiewaffenkonvention sowie bei der Aufklärung von Fällen des Chemiewaffen-Einsatzes Ausdruck finde.  

    Internationale Ermittlungen

    Die Bundesregierung hatte am 2. September, nach Untersuchungen eines Spezial-Labors der Bundeswehr, mitgeteilt, sie sehe es als zweifelsfrei erwiesen an, dass Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff der „Nowitschok“-Reihe vergiftet worden sei. Die Schlussfolgerungen deutscher Sachverständiger seien von Labors in Schweden und Frankreich bestätigt worden, hieß es weiter. Parallel dazu führt die OPCW auf Ersuchen Berlins eigene Untersuchungen durch.

    Moskau bezweifelt die Behauptung der Bundesregierung und will Informationen darüber erhalten, welche Substanz genau bei dem Oppositionellen gefunden wurde. Russland hat im Fall Nawalny inzwischen drei Rechtshilfeersuchen an Deutschland gestellt.

    Der russische Blogger und Regierungskritiker Alexej Nawalny war am 20. August auf einem Inlandsflug zusammengebrochen. Er wurde zunächst in einem Omsker Krankenhaus behandelt und dort in ein künstliches Koma versetzt. Der 44-Jährige wurde später auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt. Anfang September wurde Nawalny aus dem Koma geholt und bereits am 23. September aus der Berliner Charité entlassen.

    mka/sna/gs

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    Tags:
    Russland, Zusammenarbeit, Alexej Nawalny, OPCW