04:35 29 Oktober 2020
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    Nach der Parlamentswahl in der zentralasiatischen Republik ist es zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Die Sicherheitskräfte setzen Blendgranaten, Wasserwerfer und Tränengas gegen die Demonstranten ein, die die Ergebnisse der Wahl vom Sonntag nicht akzeptieren, berichtet ein Sputnik-Korrespondent am Montag vor Ort.

    Seit Montagmorgen protestieren im Zentrum der Hauptstadt Bischkek rund 2000 Demonstranten – Anhänger der Parteien, die den Einzug ins Parlament nicht geschafft haben – gegen „unfaire Wahlen“. Sie fordern, die Wahlergebnisse zu annullieren und Neuwahlen durchzuführen.

    Mit Pflastersteinen gegen die Polizei

    Die Demonstranten wappneten sich mit Pflastersteinen, blockierten Straßen mit Müllcontainern und zündeten diese an. Augenzeugen zufolge gab es in der Menschenmenge Provokateure, die die Sicherheitskräfte mit Steinen bewarfen und den Zaun des Weißen Hauses, wo das Parlament und die Präsidialverwaltung residieren, zu demolieren versuchten. Vorläufigen Angaben zufolge wurden zwei Polizisten verletzt.

    Laut dem Gesundheitsministerium der Republik wurden bislang insgesamt 16 Verletzte zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht. Zu ihrem Zustand machte die Behörde keine Angaben.

    ​Zwei Parteien ziehen ins Parlament ein

    Rund 3,5 Millionen Wähler in dem Hochgebirgsland an der Grenze zu China hatten am Sonntag über ein neues Parlament abgestimmt. Nach dem vorläufigen Endergebnis deutete sich am Montag eine neue Zusammensetzung der Regierung an.

    Der Wahlkommission zufolge lagen zwei regierungsnahe Parteien vorn: die Birimdik (Einheit) mit 24,52 Prozent, der ein Bruder des Präsidenten angehört, und die erst 2015 gegründete Partei Mekenim Kirgistan (Mein Vaterland Kirgistan) mit 23,89 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 56,5 Prozent.

    Drei weitere Parteien konnten die in dem Land geltende Sieben-Prozent-Hürde nicht nehmen, darunter die Kirgistan-Partei, die bislang an der Regierung beteiligt war. Die zwei anderen Koalitionspartner hatten den Einzug ins Parlament verpasst.

    ​Bevölkerung mit Missständen unzufrieden

    Nach Ansicht von Beobachtern war die Unzufriedenheit in der Bevölkerung über die Tätigkeit der Regierung in der Corona-Pandemie groß. Zudem gilt die Wirtschaftslage als schwierig. Landesweit gibt es nach offiziellen Angaben mehr als 47.000 Corona-Infizierte. Das Parlament mit 120 Sitzen wird alle fünf Jahre gewählt. In Kirgistan leben mehr als sechs Millionen Menschen.

    am/gs

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    Tags:
    Verletzte, Demonstration, Polizei, Ausschreitungen, Parlamentswahl, Kirgistan