04:25 29 Oktober 2020
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    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Minsker OSZE-Gruppe für den militärischen Konflikt in Bergkarabach verantwortlich gemacht. Ihm zufolge ist die Plattform bei der friedlichen Beilegung gescheitert.

    „Die Minsker Gruppe hat sich nicht mit der Lösung des Karabach-Problems befasst. Aufgrund ihrer Nachlässigkeit und Untätigkeit kam die Situation zu einem solchen Ergebnis. Die Weltgemeinschaft beobachtete schweigend die Besetzung seitens Armeniens“, sagte Erdogan am Montag gegenüber Journalisten.

    Aserbaidschan komme entscheidend voran, habe bereits viele Siedlungen befreit und die Türkei unterstütze ihn, so Erdogan.

    Konflikt um Bergkarabach

    Am 27. September hat das aserbaidschanische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass die armenischen Streitkräfte Ortschaften an der Berührungslinie in Karabach beschossen hätten. Nach den Angaben gibt es Tote unter Zivilisten und Soldaten.

    Laut einer Erklärung des armenischen Verteidigungsministeriums war „Karabach Luft- und Raketenangriffen ausgesetzt“.

    Wie es in Jerewan hieß, hat Baku eine Offensive in Richtung Karabach gestartet. Nach Angaben aus der nicht anerkannten Republik Bergkarabach wurden friedliche Siedlungen, darunter die Hauptstadt Stepanakert, unter Artilleriebeschuss genommen.

    In Armenien wurden inzwischen der Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung ausgerufen.

    Der Präsident von Aserbaidschan verhängte eine Ausgangssperre im Land. Zudem kündigte er eine teilweise Mobilmachung sowie den Kriegszustand in einer Reihe von Städten und Regionen an.

    Die Staatschefs Russlands, der USA und Frankreichs – Ko-Vorsitzende der Minsker OSZE-Gruppe für Bergkarabach – riefen die Konfliktseiten zur unverzüglichen Einstellung der Kampfhandlungen auf. Die Präsidenten Wladimir Putin, Donald Trump und Emmanuel Macron sprachen den Familien der getöteten und verletzten Soldaten ihr Beileid aus.

    Anfang des Konflikts

    Der Konflikt in Bergkarabach war im Februar 1988 entflammt, als das Autonome Gebiet Bergkarabach seine Abspaltung von der Aserbaidschanischen SSR angekündigt hatte. Infolge der bewaffneten Konfrontation in den Jahren 1992 bis 1994 verlor Aserbaidschan die Kontrolle über Bergkarabach und sieben Anrainer-Bezirke.

    Seit 1992 werden Verhandlungen über die friedliche Beilegung des Konflikts in der Minsker Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geführt, die von drei Ko-Vorsitzenden – Russland, den Vereinigten Staaten und Frankreich – geleitet wird. Aserbaidschan besteht auf Bewahrung seiner territorialen Integrität und Armenien setzt sich für die Interessen der international nicht anerkannten Republik ein, die keine Gesprächspartei bei den Verhandlungen ist.

    sm/gs

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    Tags:
    Bergkarabach-Konflikt, Minsker OSZE-Gruppe, Recep Tayyip Erdogan