18:14 19 Oktober 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    4689
    Abonnieren

    Der armenische Premierminister Nikol Paschinjan hat mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin in einem Telefonat den Konflikt in Bergkarabach besprochen. Putin soll in dem Gespräch auf die Notwendigkeit der unverzüglichen Einstellung der Kampfhandlungen verwiesen haben. Die Initiative zu dem Gespräch ging von armenischer Seite aus.

    Wladimir Putin habe erneut betont, dass eine Einstellung der Kampfhandlungen akut notwendig sei, hieß es in einer Mitteilung des Kreml vom Montag. 

    „Darüber hinaus ist zur Sprache gekommen, dass sich die verschärften militärischen Auseinandersetzungen ausgeweitet und zu ernsthaften Verlusten – auch unter der Zivilbevölkerung – auf beiden Seiten geführt hätten“, hieß es weiter.  

    Moskau rief bereits am vergangenen Montag Jerewan und Baku zu maximaler Zurückhaltung und einer politisch-diplomatischen Regelung des Konflikts auf. Jetzt sei eine baldige Rückkehr an den Verhandlungstisch notwendig, äußerte der russische Außenminister Sergej Lawrow in der vergangenen Woche. Laut dem Außenminister ist Moskau bereit, als Plattform für die Organisation entsprechender Gespräche zu dienen.

    Die Staatschefs Russlands, der USA und Frankreichs (die Co-Vorsitzenden der Minsker OSZE-Gruppe für Bergkarabach) haben die Konfliktparteien inzwischen zur unverzüglichen Einstellung der Kampfhandlungen aufgerufen. Sie verurteilten die Eskalation und sprachen den Familien der Toten und Verletzten ihr Beileid aus. Die Türkei wiederum sicherte Aserbaidschan in der vergangenen Woche umfassende Unterstützung im Bergkarabach-Konflikt zu.

    Erdogan sieht Verantwortung für Konflikt bei OSZE

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warf der Minsker OSZE-Gruppe vor, für den militärischen Konflikt in Bergkarabach verantwortlich zu sein. Nach Auffassung des türkischen Präsidenten ist die Gruppe „aufgrund ihrer Nachlässigkeit und Untätigkeit“ bei der Beilegung des Konflikts gescheitert und beobachtet schweigend die Besetzung seitens Armeniens. In Bezug auf die Kampfhandlungen in Bergkarabach erklärte Erdogan bereits früher, dass Aserbaidschan gezwungen gewesen sei, dieses Problem (Besetzung von aserbaidschanischem Territorium) selbst zu lösen.

    Schwere Kämpfe waren am vergangenen Wochenende zwischen Armenien und Aserbaidschan ausgebrochen und dauern seitdem an. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen Tote und Verletzte zu beklagen. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Armenien rief wegen der Zuspitzung den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung aus. Das aserbaidschanische Parlament beschloss ebenfalls, in einigen Städten und Regionen das Kriegsrecht auszurufen. 

    mka/sna/gs

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Reisen nur noch mit Anmeldung? – Spahn-Ministerium plant strengere Auflagen
    „Direkt über uns!“: Dieses Flugzeug möchten Nato-U-Boote lieber meiden
    Nawalny von Kolonne deutscher Polizisten beim Spaziergang begleitet – US-Sender zeigt Video
    „So sinkt auch die Bereitschaft, den Regeln zu folgen“: Deutschland vor Corona-Chaos?
    Tags:
    Bergkarabach-Konflikt, Nikol Paschinjan, Wladimir Putin