18:20 19 Oktober 2020
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    Angesichts des Konflikts in Bergkarabach hat der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu die Bereitschaft der Türkei, Aserbaidschan umfassend zu unterstützen, bekräftigt. Er betonte die Wiederherstellung der territorialen Unversehrtheit Aserbaidschans.

    Cavusoglu hält sich derzeit in Baku auf, wo er sich mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilcham Alijew zu Gesprächen über die Lage an der Berührungslinie in Bergkarabach trifft.

    „Natürlich sind wir als Türkei, als türkisches Volk bereit, Aserbaidschan in jedem Bereich zu unterstützen, wo unsere Hilfe benötigt wird. Dies hat (…) unser Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärt und erklären auch wir von unseren Plattformen aus“, sagte der türkische Außenminister laut dem Pressedienst von Alijew.

    Ferner richtete sich Cavusoglu an die intenationale Gemeinschaft und stellte den Status des Konflikts aus Sicht der Türkei und Aserbaidschans klar.

    „Wir verteidigen die territoriale Integrität Aserbaidschans genauso, wie die  territoriale Integrität Georgiens, Syriens und des Irak verteidigt wird. In dieser Frage darf es keine Doppelmoral geben“, betonte der Außenminister.

    Zuvor erklärte die Türkei ihre Bereitschaft, Aserbaidschan im Bergkarabach-Konflikt sowohl am Verhandlungstisch als auch auf dem Kampffeld zu unterstützen. Nach Ansicht der Türkei hält Armenien seit Jahrzehnten aserbaidschanisches Land besetzt. Aserbaidschan sei nun gezwungen gewesen, dieses Problem selbst zu lösen, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan im Hinblick auf die Kampfhandlungen in Bergkarabach.

    Auch Baku hatte wiederholt auf das Völkerrecht und die Festlegungen der Minsker Gruppe der OSZE verwiesen. Laut dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilcham Alijew stellt Baku die historische Gerechtigkeit wieder her. Friedensgespräche könnten nur nach dem bedingungslosen Rückzug der armenischen Streitkräfte aus dem besetzten Gebiet aufgenommen werden, betonte Alijew.

    Vorwürfe gegen Ankara

    Der armenische Premierminister Nikol Paschinjan warf Ankara mehrmals vor, an den Kampfhandlungen in Bergkarabach aufseiten Aserbaidschans beteiligt zu sein. So sollen nach seinen Angaben hochrangige türkische Militärangehörige bei einigen Operationen bereits das Kommando gehabt haben. Nach letzten Angaben war von angeblich 150 türkischen Militärs die Rede. Auch der Abschuss eines armenischen Militärflugzeuges im Luftraum Armeniens in der vergangenen Woche wurde Ankara zur Last gelegt. Sowohl Ankara als auch Baku wiesen diese Anschuldigungen zurück.

    Türkei zettelt Konflikt an

    Derweil äußerte sich der syrische Präsident Baschar al-Assad zu den Vorgängen im Südkaukasus und bezeichnete Ergodan als Kriegstreiber in der Region. Laut Assad setzt die Türkei Terroristen aus Syrien und anderen Ländern in Bergkarabach ein. Auf die gleiche Weise sei Ankara seinerzeit in Syrien vorgegangen, sagte Assad.

    In dem Zusammenhang erhob er auch Vorwürfe gegen die internationale Gemeinschaft. Demnach sind der Großteil dieser internationalen Gemeinschaft „Mitbeteiligte der Türkei bei der Unterstützung des Terrorismus“ und die Türkei ein „Instrument dieser Länder“ zur Durchsetzung eigener Interessen.

    Die Staatschefs Russlands, der USA und Frankreichs (die Co-Vorsitzenden der Minsker OSZE-Gruppe für Bergkarabach) haben die Konfliktparteien inzwischen zur unverzüglichen Einstellung der Kampfhandlungen aufgerufen. Sie verurteilten die Eskalation und sprachen den Familien der Toten und Verletzten ihr Beileid aus.

    Schwere Kämpfe waren am vergangenen Wochenende zwischen Armenien und Aserbaidschan ausgebrochen und dauern seitdem an. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen Tote und Verletzte zu beklagen. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Armenien rief wegen der Zuspitzung den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung aus. Das aserbaidschanische Parlament beschloss ebenfalls, in einigen Städten und Regionen das Kriegsrecht auszurufen.

    mka/gs

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    Tags:
    Aserbaidschan, Türkei, Bergkarabach-Konflikt