15:55 30 Oktober 2020
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    Der russische Blogger und Kreml-Kritiker Alexej Nawalny hat in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung Altkanzler Gerhard Schröder heftig kritisiert.

    Im Zuge der Causa Alexej Nawalny hatte Schröder zuvor erklärt, dass es keine „gesicherten Fakten“ gebe. „Was gegenwärtig gemacht wird, sind ja wesentlich Spekulationen, weil (...) gesicherte Fakten gibt es ja nicht“, sagte er wörtlich.

    Darauf reagierte Nawalny gegenüber der „Bild“ wie folgt:

    „Gerhard Schröder wird von Putin bezahlt. Aber wenn er jetzt versucht, diesen Giftanschlag zu leugnen, ist das wirklich sehr enttäuschend.“

    Ferner sagte der Blogger: „Er ist immerhin der ehemalige Kanzler des mächtigsten Landes in Europa. Jetzt ist Schröder ein Laufbursche Putins, der Mörder beschützt.“ Er habe keinen Zweifel daran, dass Schröder verdeckte Zahlungen von Putin bekommen habe.

    Der frühere SPD-Chef hat nach dem Ende seiner politischen Laufbahn Führungsaufgaben in der russischen Energiewirtschaft übernommen. Neben seinem Posten beim Pipeline-Projekt Nord Stream 2 ist er Aufsichtsratsvorsitzender des staatlichen russischen Energiekonzerns Rosneft sowie Aufsichtsratschef der bereits bestehenden Ostsee-Pipeline Nord Stream.

    Fall Nawalny

    Der russische regierungskritische Blogger Alexej Nawalny hatte am 20. August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau das Bewusstsein verloren, woraufhin das Flugzeug umgehend in der Stadt Omsk notgelandet war. Er wurde in ein Omsker Krankenhaus gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt. Örtliche Ärzte stellten bei ihm schwere Stoffwechselstörungen fest, deren Ursache unklar war. Giftspuren wurden weder im Blut noch im Urin nachgewiesen.

    Später wurde der 44-Jährige auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt.

    Die Bundesregierung teilte unter Berufung auf Bundeswehr-Mediziner mit, dass bei Nawalny Spuren eines Nervengifts aus der Nowitschok-Gruppe festgestellt worden seien. Beweise wurden bislang nicht vorgelegt. Berlin zufolge wurden die Schlussfolgerungen deutscher Experten in Labors in Schweden und Frankreich bestätigt.

    Eine Anfrage Moskaus, detailliertere Informationen zu Nawalnys Testergebnissen zur Verfügung zu stellen, blieb ohne Antwort.

    Am 23. September hatte die Berliner Charité die Entlassung Nawalnys aus der stationären Behandlung bekanntgegeben.

    ak/dpa/sna/tm

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    Tags:
    Wladimir Putin, Kritik, Gerhard Schröder, Alexej Nawalny, Russland, Deutschland