03:50 29 Oktober 2020
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    In Kirgistan geht der Machtkampf nach der Annullierung der Parlamentswahl vom Sonntag weiter. Am Dienstag bildeten Oppositionsparteien zwei unabhängig voneinander agierende Koordinierungsräte, die jeweils Anspruch auf die Macht in der Ex-Sowjetrepublik erheben.  

    Dem ersten Koordinierungsrat gehören acht Parteien an, dem zweiten fünf, wie Sputnik Kirgisistan unter Berufung auf beteiligte Oppositionsvertreter berichtet. Der zweite Koordinierungsrat forderte die Auflösung des Parlaments und erklärte, den vom Parlament zum neuen Ministerpräsidenten ernannten Sadyr Schaparow nicht anzuerkennen.

    Am Mittwoch versammelten sich wieder viele Menschen im Zentrum der Hauptstadt Bischkek und forderten Amtsenthebung von Staatsoberhaupt Sooronbai Dscheenbekow. Rund einhundert Demonstranten fanden sich vor dem Regierungssitz ein, um gegen die Ernennung von Sadyr Schaparow zum Regierungschef zu protestieren.

    Am Mittwoch teilte das Gesundheitsministerium mit, dass die Zahl der Verletzten auf 911 gestiegen sei.

    Unruhen in Bischkek

    In der zentralasiatischen Republik gab es Anfang dieser Woche gewaltsame Proteste gegen das Ergebnis der Parlamentswahl vom Sonntag, bei der nur regierungsnahe Parteien den Sprung ins Parlament geschafft haben sollen.

    Proteste in Bischkek nach der Parlamentswahl, 5. Oktober 2020
    © Sputnik / Tabyldy Kadyrbekow
    Am Montag forderten in der Hauptstadt Bischkek Tausende Demonstranten Neuwahlen. In der Nacht zum Dienstag erstürmten Regierungsgegner das Parlament und die Präsidentenadministration und brachten danach auch den Regierungssitz unter ihre Kontrolle. Bei Zusammenstößen mit den Ordnungskräften gab es mindestens einen Toten und Hunderte Verletzte. Präsident Dscheenbekow warf der Opposition versuchte Machtergreifung vor.

    Am Dienstag erklärte die Zentrale Wahlkommission die Parlamentswahl für ungültig. Schon am Nachmittag trat das Parlament außerplanmäßig zusammen und ernannte Sadyr Schaparow zum neuen Regierungschef. Die Nacht verlief nach Polizeiangaben ruhig.

    leo/tm

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    Tags:
    Opposition, Ausschreitungen, Protest, Parlamentswahl, Krise, Kirgistan