18:31 19 Oktober 2020
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    Erstmals nach dem erneuten Aufflammen des Bergkarabach-Konfliktes haben die Präsidenten Russlands und Aserbaidschans, Wladimir Putin und Ilcham Alijew, am Mittwoch miteinander telefoniert und die aktuelle Situation an der Berührungslinie in Bergkarabach erörtert. Das teilte Alijews Pressedienst mit.

    „Der Präsident Aserbaidschans, Ilcham Alijew, hat heute den Präsidenten Russland, Wladimir Putin, angeruen. Präsident Ilcham Alijew hat dem Präsidenten Russlands zum Geburtstag gratuliert und  ihm neue Erfolge in seiner staatlichen Tätigkeit zur Entwicklung und zum Wohlergehen Russlands sowie Gesundheit gewünscht“, heißt es weiter.

    „Wladimir Putin hat dem Präsidenten Aserbaidschans für seine Aufmerksamkeit und Gratulationen gedankt“, heißt es. „Im Zuge des Telefonats haben die Staatschefs die Situation um den armenisch-aserbaidschanischen Bergkarabach-Konflikt besprochen. Präsident Ilcham Alijew und Präsident Wladimir Putin haben Meinungen über Perspektiven der aserbaidschanisch-russischen Beziehungen ausgetauscht“, wurde betont.

    Putin nennt Ereignisse in Bergkarabach-Tragödie

    Wie Putin in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Fernsehsender „Rossiya 24“ sagte, seien die Ereignisse in Bergkarabach eine Tragödie, über die Russland sehr besorgt sei.

    "Es ist eine Tragödie. Wir machen uns Sorgen, weil sowohl Aserbaidschan, als auch Armenien und Bergkarabach – all das - Gebiete sind, in denen Menschen leben, die uns nahe stehen", sagte Putin.

    Zudem verwies Putin darauf, dass in Russland rund zwei Millionen Aserbaidschaner und mehr als zwei Millionen Armenier lebten.

    Putin ruft zur möglichst schnellen Waffenruhe in Bergkarabach auf

    Russland ruft laut Putin dazu auf, das Feuer in Bergkarabach möglichst schnell einzustellen. 

    „Jedenfalls fordern wir dazu auf, und ich will darüber noch einmal reden, das Feuer einzustellen. Es ist nötig, dies schnellstmöglich zu tun“, betonte Putin.

    Putin steht in ständigem Kontakt mit Armeniens Premier

    Putin ist nach eigenen Worten im Zusammenhang mit der Situation in Bergkarabach in ständigem Kontakt mit dem armenischen Premier, Nikol Paschinjan.  

    Ferner erinnerte der Präsident daran, dass Armenien Mitglied der Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit (OVKS) sei. Daher habe Russland gewisse Verpflichtungen gegenüber Armenien.  

    „Ich bin in ständigem lebhaftem Arbeitskontakt mit dem Ministerpräsidenten Armeniens. Es entsteht bei der armenischen Führung keine Fragen in Bezug auf die Qualität der Ausführung der Verpflichtungen als Verbündeten durch Russland“, so Putin.

    Russland will Bergkarabach-Konflikt mit Regelungen auf friedliche Bahnen leiten

    Wie der russische Vize-Außenminister, Alexander Pankin, am Mittwoch betonte, werde Russland im Bergkarabach-Konflikt die Rückkehr zu friedlichen Regelungen durch politisch-diplomatische Mittel fördern.   

    Russland werde den dortigen Frieden im Rahmen "der Schirmherrschaft der Co-Vorsitzenden der Minsker OSZE-Gruppe, auf Basis der jüngsten gemeinsamen Erklärung der Präsidenten Russlands, der USA und Frankreichs allseitig fördern“, sagte Pankin im Rahmen eines Rundtischgesprächs der OVKS. 

    Eskalation im Südkaukasus

    Am 27. September hat sich die Situation in Bergkarabach zugespitzt. Dabei machen sich Baku und Jerewan gegenseitig dafür verantwortlich.

    In Armenien wurden inzwischen der Kriegszustand und die allgemeine Mobilmachung ausgerufen; den Männern im Alter von 18 bis 55 Jahren wurde die Ausreise verboten. Nach Angaben aus der nicht anerkannten Republik Bergkarabach wurden friedliche Siedlungen, darunter die Hauptstadt Stepanakert, unter Artilleriebeschuss genommen.

    Der Präsident von Aserbaidschan verhängte eine Ausgangssperre im Land. Zudem kündigte er eine teilweise Mobilmachung sowie den Kriegszustand in einer Reihe von Städten und Regionen an.

    Die internationale Gemeinschaft forderte die Parteien auf, Zurückhaltung zu zeigen. Die Türkei erklärte dagegen, sie werde Aserbaidschan jede Unterstützung gewähren, um die Baku bitten werde.

    ns/sna/tm

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    Tags:
    Regelung, OSZE, Nikol Paschinjan, Wladimir Putin, Ilcham Alijew, Armenien, Aserbaidschan, Russland