06:20 20 Oktober 2020
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    Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, hat die jüngsten Befunde der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zum Fall Nawalny als allgemeine Erklärungen eingestuft. Moskau brauche jedoch präzisierte Fachinformationen zur Sache.

    Am Vortag hatte die OPCW erklärt, im Körper des russischen Bloggers Nawalny sei eine Substanz entdeckt worden, die ähnliche Eigenschaften wie der Giftstoff „Nowitschok“ aufweise. Die Substanz sei jedoch nicht in die Listen der verbotenen Chemikalien aufgenommen worden.

    Der Kreml-Sprecher wurde von Journalisten unter anderem gefragt, ob dem russischen Präsidenten, Wladimir Putin, Informationen darüber vorlägen, dass im Land irgendwelche Arbeiten zur Entwicklung oder Nachbeserung von chemishcen Waffen durchgeführt werden. Peskow beantwortete diese Frage negativ:

    „Nein, sie können nicht durchgeführt werden, denn Russland ist ein Teilnehmerland der entsprechenden Konvention über das Verbot chemischer Waffen“, äußerte er. „Die Russische Föderation ist allen ihren Verpflichtungen im Einklang mit dieser Konvention nachgekommen, deshalb kann davon nicht die Rede sein“, betonte Peskow.

    Was die von der OPCW veröffentlichten Informationen betreffe, so müsse Moskau diese Informationen erst noch bekommen: „Bisher haben wir nur allgemeine Erklärungen gehört, die natürlich durch Fachinformationen bestätigt werden sollten“, sagte er.

    Peskow ging auch auf die Einladung der OPCW-Experten nach Russland ein. Moskau wolle aufrichtig Licht in die Situation um den Blogger Nawalny bringen, sagte er:

    „Sie wurden ja extra eingeladen, um hier etwas zu sehen, es geht um den aufrichtigen Wunsch Russlands, Licht in alle Umstände, Gründe und das Wesen der Geschehnisse in Omsk zu bringen“, so der Kreml-Sprecher.

    Fall Nawalny

    Der oppositionelle Blogger Alexej Nawalny wurde am 20. August in ein Krankenhaus im sibirischen Omsk gebracht, nachdem er in einem Flugzeug nach Moskau ohnmächtig geworden war. Örtliche Ärzte diagnostizierten bei Nawalny schwere Stoffwechselstörungen, deren Ursache unklar war. Giftspuren wurden weder im Blut noch im Urin nachgewiesen.

    Auf Drängen seiner Familie wurde Nawalny zur weiteren Behandlung in die Berliner Klinik Charité geflogen. Nach Angaben der Klinik wurde der Blogger am 22. September aus der stationären Behandlung entlassen. Sein Zustand sei zufriedenstellend, hieß es bei der Charité.

    Die Bundesregierung teilte unter Berufung auf Bundeswehr-Mediziner mit, dass bei Nawalny Spuren eines Nervengifts aus der „Nowitschok“-Gruppe festgestellt worden seien. Beweise wurden bislang nicht vorgelegt. Berlin zufolge wurden die Schlussfolgerungen deutscher Experten in Labors in Schweden und Frankreich bestätigt. Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen führe auf Berlins Anfrage eigene Ermittlungen durch, hieß es.

     Der Kreml gab bekannt, Berlin habe Moskau über seine Erkenntnisse nicht informiert. Das russische Außenministerium betonte, Russland warte auf eine Antwort Deutschlands auf eine offizielle Anfrage zu der Situation.

    asch/sna/gs

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    Experten, Nervengift Nowitschok, Nowitschok, Alexej Nawalny, die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Organisation für ein Verbot chemischer Waffen (OPCW), OPCW, Russland, Russland