05:14 20 Oktober 2020
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    Das Außenministerium der Slowakei hat laut dem Chef der Behörde, Ivan Korčok, beschlossen, seinen Botschafter in Weißrussland zu Konsultationen abzuberufen.

    „Als Zeichen der Solidarität mit Polen und Litauen habe ich beschlossen, den Leiter unserer diplomatischen Mission in Minsk zu Konsultationen nach Bratislava abzuberufen“, twitterte der Chefdiplomat.  

    ​Polen und Litauen rufen Botschafter in Weißrussland für Beratung zurück

    Am Dienstag gaben Polen und Litauen bekannt, dass sie ihre Botschafter in Weißrussland für Konsultationen zurückgerufen hätten.

    Der Schritt sei nach „intensiven Beratungen“ mit den Außenministern anderer EU-Länder erfolgt, darunter auch mit Bundesaußenminister Heiko Maas und dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell, teilte das litauische Außenministerium mit.

    Am selben Tag habe auch der deutsche Botschafter in Weißrussland, Manfred Huterer, das Land vorübergehend verlassen. Er sei ausgereist, „um Gespräche in Berlin zu führen”, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Auswärtigen Amt.

    Nach dpa-Informationen will die Bundesregierung sich damit solidarisch mit Polen und Litauen zeigen, die ihre Botschafter bereits aus der belarussischen Hauptstadt Minsk abgezogen hatten.

    Am 2. Oktober hatte Weißrussland Polen und Litauen aufgefordert, ihre diplomatische Präsenz im Land zu reduzieren. Dies ist laut dem Außenministerium in Minsk auf die „unfreundlichen Bewegungen“ der beiden Staaten zurückzuführen.

    Zuvor hatte Weißrussland mehrmals darauf verwiesen, dass Protestaktionen nach den Präsidentenwahlen aus dem Ausland finanziert würden. Unter den Ländern, aus denen die Demonstrationen koordiniert werden, nannte Minsk Polen, Tschechien, Litauen und die Ukraine.

    Massenproteste in Weißrussland

    Bei den Präsidentenwahlen in Weißrussland am 9. August hatte Alexander Lukaschenko mit mehr als 80 Prozent der Wählerstimmen nach offiziellen Angaben zum sechsten Mal in Folge gesiegt. Die Opposition erkannte das Ergebnis nicht an und erklärte seine Herausforderin Tichanowskaja zur wahren Siegerin.

    Daraufhin kam es landesweit zu Protesten, die von den Ordnungskräften zunächst gewaltsam niedergeschlagen wurden. Die Opposition fordert seither Lukaschenkos Rücktritt, die Freilassung aller politischen Gefangenen und Neuwahlen. Die Proteste in Weißrussland dauern seit fast zwei Monaten an.

    ns/gs

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    Tags:
    Swetlana Tichanowskaja, Alexander Lukaschenko, Präsidentschaftswahl, Konsultationen, Ivan Korčok, Slowakei, Litauen, Polen, Weißrussland