04:33 29 Oktober 2020
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    Dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilcham Alijew zufolge gibt es um die Region Bergkarabach keinen Status quo mehr.

    Der aserbaidschanische Staatschef betonte, dass sein Land Jerewan die „letzte Chance“ gebe, die armenischen Truppen aus Bergkarabach abzuziehen und zum Format der Verhandlungen zurückzukehren. Er fügte außerdem hinzu, dass es in der Region aktuell Kämpfe „in allen Richtungen“ gebe und dass die Streitkräfte Aserbaidschans „ihre Positionen stärken“.

    „Wir zwingen den Okkupanten zum Frieden. Wir haben ihnen gezeigt, dass wir sowohl auf dem Gefechtsfeld als auch am Verhandlungstisch besser abschneiden. Sie haben unsere Stärke und unseren Willen gesehen. Keine einzige Kraft kann uns vom Wege abkommen lassen. Kein einziges Land kann unseren Willen beeinflussen“, sagte Alijew in seiner Ansprache an das aserbaidschanische Volk.

    Falls der armenische Außenminister Sohrab Mnazakanjan bei den Beratungen in Moskau Karabach als Teil Armeniens bezeichne, könne von Gesprächen zwischen Baku und Jerewan keine Rede sein, so Alijew.

    Gleichzeitig betonte der aserbaidschanische Präsident, dass das heutige Treffen in Moskau „Vieles klären“ und die Grundsätze für die Lösung des Konflikts festlegen solle.

    Beratungen in Moskau

    Derzeit laufen in Moskau Gespräche zwischen den Außenministern Russlands, Armeniens und Aserbaidschans über die Lage in der Region Bergkarabach. Am Tag zuvor lud der russische Präsident Wladimir Putin die Diplomaten der am Konflikt beteiligten Länder zu Konsultationen nach Russland ein. Das Staatsoberhaupt Russlands forderte die Konfliktparteien zudem auf, die Kampfhandlungen einzustellen, um Gefangene und Leichen der Gefallenen auszutauschen.

    Eskalation im Südkaukasus

    Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es Ende September zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, die seitdem andauern. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen Tote und Verletzte zu beklagen. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Armenien rief wegen der Zuspitzung den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung aus. Das aserbaidschanische Parlament beschloss ebenfalls, in einigen Städten und Regionen das Kriegsrecht auszurufen.

    Die Staatschefs Russlands, der USA und Frankreichs – die Ko-Vorsitzenden der Minsker OSZE-Gruppe für Bergkarabach – riefen die Konfliktseiten zur unverzüglichen Einstellung der Kampfhandlungen auf. Die Präsidenten Wladimir Putin, Donald Trump und Emmanuel Macron sprachen den Familien der getöteten und verletzten Soldaten ihr Beileid aus.

    ac/sb/sna

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    Tags:
    Wladimir Putin, Moskau, Gespräche, Armenien, Bergkarabach-Konflikt, Situation, Ilcham Alijew