02:27 29 Oktober 2020
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    Der aserbaidschanische Präsident Ilcham Alijew hat scharfe Kritik an der Tätigkeit der Minsker Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) für Bergkarabach geübt. Die 28-jährige Tätigkeit der Gruppe habe bislang nichts gebracht, betonte der Präsident am Freitag.

    Seit 28 Jahren vermittle die internationale Gemeinschaft im Konflikt um Bergkarabach.

    Alijew: 28-jährige Vermittlung fehlgeschlagen

    „Seit 28 Jahren betreibt die Minsker OSZE-Gruppe im Grunde genommen eine passive Tätigkeit. Diese Vermittlung hat zur Folge das, was jetzt passiert. Diese Vermittlung war nicht ausreichend genug, um Armenien zum Verlassen der ihm nicht gehörenden Territorien zu bewegen“, sagte Alijew in der CNN-Sendung „The Connect World“.

    Aufflammender Krieg im Südkaukasus

    Am 27. September hatte das Verteidigungsministerium Aserbaidschans mitgeteilt, dass die armenischen Streitkräfte aserbaidschanische Siedlungen an der Trennlinie in der Exklave Bergkarabach beschossen hätten. Es gebe Tote und Verletzte unter Militärs und Zivilisten.

    Nach Angaben aus Jerewan wurde Bergkarabach mit Raketen beschossen, darunter auch die Hauptstadt Stepanakert. In der nicht anerkannten Republik Bergkarabach und in Armenien seien der Kriegszustand und die allgemeine Mobilmachung ausgerufen worden.

    Die Staatschefs Russlands, der USA und Frankreichs – die Co-Vorsitzenden der Minsker OSZE-Gruppe für Bergkarabach – riefen die Konfliktseiten zur unverzüglichen Einstellung der Kampfhandlungen auf. Die Präsidenten Wladimir Putin, Donald Trump und Emmanuel Macron sprachen den Familien der getöteten und verletzten Soldaten ihr Beileid aus.

    Bergkarabach-Konflikt

    Der Konflikt in der hauptsächlich von Armeniern bewohnten, völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörenden Region Bergkarabach brach im Februar 1988 aus, nachdem das Autonome Gebiet Bergkarabach mit Verwaltungszentrum in Stepanakert den Austritt aus dem Staatsverband der damaligen Aserbaidschanischen SSR verkündet hatte.

    Im September 1991 rief Stepanakert die Republik Bergkarabach aus, zu der das frühere autonome Gebiet und einige benachbarte, von Armeniern bewohnte Siedlungen gehörten. Baku erklärte diesen Schritt für gesetzwidrig und löste die Autonomie von Karabach auf.

    Folgen von aserbaidschanischem Beschuss. Bergkarabach, 4. Oktober 2020
    © REUTERS / ArmGov/PAN Photo /via Reuters
    Folgen von aserbaidschanischem Beschuss. Bergkarabach, 4. Oktober 2020

    Darauf kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Die Karabach-Armenier wurden von armenischen Diasporen in aller Welt unterstützt, während Aserbaidschan mit Gewalt versuchte, die Abspaltung der Region zu verhindern. Am 12. Mai 1994 trat ein Waffenstillstandsabkommen in Kraft. Aserbaidschan verlor seine Kontrolle über Bergkarabach sowie gänzlich bzw. teilweise über sieben benachbarte Kreise.

    Verhandlungen über die friedliche Beilegung des Konflikts werden seit 1992 im Rahmen der Minsker OSZE-Gruppe geführt. Ihre Co-Vorsitzenden sind die USA, Russland und Frankreich. Bei dem Konflikt kamen geschätzt rund 30.000 Menschen ums Leben.

    am/sb

     

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    Tags:
    Kritik, Minsker OSZE-Gruppe, Ilham Alijew, Bergkarabach-Konflikt, Armenien, Aserbaidschan