04:41 29 Oktober 2020
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    Das Rettungsschiff „Alan Kurdi“ der in Regensburg ansässigen deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye darf nicht mehr aus dem Hafen in Olbia auf Sardinien auslaufen. Dies gab die italienische Küstenwache am Freitagabend bekannt.

    Bei technischen Kontrollen seien „Unregelmäßigkeiten“ gefunden worden, die die Sicherheit von Crew und Bootsmigranten an Bord gefährden könnten, erläuterte die Küstenwache.

    „Die erneute Festsetzung ist rein politisch motiviert und gefährdet Menschenleben“, sagte dagegen Gorden Isler, der Vorsitzende von Sea-Eye. Die Betreiber mit Sitz in Regensburg würden Klage einreichen, kündigte er an.

    Das Schiff wurde auch früher festgesetzt

    Die „Alan Kurdi“ war auf einer früheren Mittelmeer-Mission im Mai in Palermo auf Sizilien schon einmal im Hafen festgehalten worden. Damals habe man ähnliche Punkte bemängelt und eine Fahrt zu einer Reparaturwerft in Spanien erlaubt, schrieb die Küstenwache. „Diese Unregelmäßigkeiten, so mussten wir heute feststellen, wurden nicht behoben.“ Isler erläuterte, dass spanische und deutsche Fachbehörden die Mängelfreiheit bestätigt hätten.

    Im Tauziehen zwischen Rettern und italienischen Behörden hat das Land mehrfach Schiffe zeitweise aus dem Verkehr gezogen. Die Organisationen beklagen stets, dass die technischen Gründe vorgeschoben seien. Grundsätzlich hatte die Regierung in Rom erst vor wenigen Tagen die Anti-Migrationsgesetze entschärft und die Geldstrafen für Seenotretter beim unerlaubten Einlaufen in Häfen gesenkt.

    Die „Alan Kurdi“ hatte Ende September 125 Migranten mit offizieller Genehmigung in den Hafen von Olbia gebracht. Viele Geflüchtete starten von Libyen und Tunesien aus ihre gefährlichen Fahrten in kleinen Booten übers Mittelmeer Richtung Europa.

    Rettungsmission der „Alan Kurdi“

    Die „Alan Kurdi“ trägt den Namen des ertrunkenen syrischen Flüchtlingskindes Alan Kurdi. Zuvor war das Schiff als Offshoreversorger und als Forschungsschiff des Landes Mecklenburg-Vorpommern auf Fahrt. Im Herbst 2018 wurde das Schiff an die Nichtregierungsorganisation Sea-Eye verkauft, die es als Rettungsschiff für in Seenot geratene Flüchtlinge und Migranten im Mittelmeer einsetzt.

    Die Seenotrettung im Mittelmeer ist ein umstrittenes Thema. Italien und Malta lassen gerettete Migranten oft Tage oder Wochen auf Schiffen ausharren, ehe ihnen die Einfahrt in einen Hafen genehmigt wird.

    pd/sb/dpa

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    Tags:
    Migranten, Italien, Rettungsschiff, Hafen, Regensburg, Küstenwache