08:52 27 Oktober 2020
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    Der frühere Präsident von Kirgisistan, Almasbek Atambajew, ist im Rahmen eines Strafverfahrens wegen der Organisation von Massenunruhen in der Hauptstadt Bischkek festgenommen worden, teilte das Staatskomitee für Nationale Sicherheit am Samstag mit.

    Derzeit würden die entsprechenden Ermittlungs- und Fahndungsmaßnahmen fortgesetzt, um andere Beteiligte an diesem Verbrechen zu identifizieren und festzunehmen, heißt es in der Mitteilung.

    Auch Atambajews ehemalige Leibwächter, Damir Musakejew und Kanat Sagynbajew, seien festgenommen worden.

    Wie zuvor die Reporter von Sputnik vor Ort berichteten, kamen die Sondereinsatzkräfte zur Atambajews Residenz im Dorf Koj Tasch, das 20 Kilometer von der Hauptstadt entfernt liegt.  

    Am Vorabend erklärte die Beraterin des Ex-Präsidenten, Kundus Sholdubajewa, es sei ein Attentat auf Atambajew verübt worden, wobei sein Auto mit scharfer Munition beschossen worden sei. Der Ex-Präsident habe von dem bevorstehenden Attentat gewusst.

    Mitte August war berichtet worden, dass die kirgisischen Sondereinsatzkräfte eine erneute Operation zur Festnahme Atambajews begonnen hatten. Der ehemalige Staatschef habe sich nach langen Verhandlungen ergeben, hieß es damals. Er wurde zusammen mit zwei Beratern in die Landeshauptstadt Bischkek gebracht. Später wurden gegen Atambajew unter anderem Mordvorwürfe erhoben.

    Hintergrund

    Seit Montag kommt es zu Massenprotesten in Kirgisistan. Die Demonstranten – Anhänger der Parteien, die nach der Parlamentswahl am Sonntag den Einzug ins Parlament nicht geschafft haben – forderten in der Hauptstadt Bischkek und in anderen Städten, die Wahlergebnisse zu annullieren und Neuwahlen durchzuführen. Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei gelang es den Protestlern, das Parlamentsgebäude, wo sich auch die Präsidialadministration befindet, unter Kontrolle zu nehmen. Später befreiten die Protestler den inhaftierten Ex-Präsidenten Almasbek Atambajew aus einem Gefängnis des Staatskomitees für Nationale Sicherheit.

    Ministerpräsident Kubatbek Boronow verkündete seinen Rücktritt. Präsident Sooronbai Dscheenbekow befindet sich laut seinem Pressesprecher in Bischkek und hat die Situation voll im Griff. Er hat die Opposition mehrmals zum Dialog aufgerufen, zu offiziellen Verhandlungen ist es bislang aber nicht gekommen. Die Chefs der oppositionellen Parteien können sich bislang nicht einigen, wer die Übergangsregierung führen soll.

    Wie der Pressedienst des kirgisischen Staatschefs gegenüber Sputnik an Freitag mitteilte, hat Präsident Dscheenbekow den Notstand über die Hauptstadt Bischkek verhängt, der bis 21. Oktober gelten soll. Darüber hinaus sei geplant, eine Ausgangssperre zu verhängen und die Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen.

    pd/ae/sna

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    Demonstranten, Rücktritt, Präsident, Bischkek, Unruhen, Kirgistan, Almasbek Atambajew