03:35 29 Oktober 2020
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    Laut einer Mitteilung des Auswärtigen Amtes von Samstag begrüßt die Bundesregierung die in Moskau erreichte Vereinbarung eines humanitären Waffenstillstands zwischen Armenien und Aserbaidschan und ruft die Parteien dazu auf, an einer friedlichen und dauerhaften Lösung des Konflikts zu arbeiten.

    „Wir begrüßen den erklärten Willen beider Länder zur Aufnahme substantieller Verhandlungen unter Vermittlung der Ko-Vorsitzenden der Minsk-Gruppe der OSZE und auf Grundlage der Grundprinzipien der Konfliktregelung. Wir rufen Armenien und Aserbaidschan dazu auf, jetzt intensiv an einer friedlichen und dauerhaften Lösung des Konflikts zu arbeiten“, heißt es in der Mitteilung.

    Zudem werden die Konfliktparteien aufgefordert, den Waffenstillstand zu respektieren und weitere Opfer unbedingt zu vermeiden.

    Brand nach dem Beschuss einer Siedlung in Bergkarabach durch die aserbaidschanische  Armee. Kreis Martakert, 29. September 2020.
    © Sputnik / Assatur Jessajanz

    Als Mitglied der OSZE-Minsk-Gruppe werde Deutschland die Ko-Vorsitzenden der OSZE-Minsk-Gruppe bei ihren weiteren Bemühungen für eine Verhandlungslösung unterstützen, hieß es weiter.

    Verhandlungen in Moskau

    Am frühen Samstagmorgen gaben die Außenminister der drei Staaten – Aserbaidschan, Armenien und Russland – bekannt, dass Aserbaidschan und Armenien unter Vermittlung Russlands einen Waffenstillstand in der Konfliktregion Berg-Karabach vereinbart hätten. Die Verhandlungen in Moskau dauerten mehr als zehn Stunden. 

    Der Waffenstillstand gilt seit 12 Uhr (Ortszeit) am 10. Oktober und soll den Seiten erlauben, Kriegsgefangene und Gefallene unter Vermittlung des Roten Kreuzes auszutauschen. Zusätzliche Bedingungen werden später bestimmt.

    Aserbaidschan und Armenien legten außerdem die Aufnahme von „substantiellen Verhandlungen” fest, um den Konflikt schnellstmöglich friedlich zu lösen.

    Eskalation in Berg-Karabach

    Am 27. September hatte sich die Situation in der selbsterklärten Republik Berg-Karabach zugespitzt. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, die seitdem andauern. Auf beiden Seiten gibt es inzwischen Tote und Verletzte zu beklagen. Baku und Jerewan machen sich gegenseitig für die Verschärfung der Lage verantwortlich. Armenien rief wegen der Zuspitzung den Kriegszustand und eine allgemeine Mobilmachung aus. Das aserbaidschanische Parlament beschloss ebenfalls, in einigen Städten und Regionen das Kriegsrecht auszurufen.

    Am 8. Oktober lud der russische Präsident Wladimir Putin die Außenminister beider Länder nach Moskau ein, um einen Waffenstillstand zu schließen.

    pd/sb/sna

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    Tags:
    OSZE, Russland, Aserbaidschan, Armenien, Vereinbarung, Lösung, Konflikt, Bundesregierung, Waffenruhe