12:54 25 Oktober 2020
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    Der Kampfstoff der Nowitschok-Gruppe ist eine rein westliche Marke, die in westlichen Ländern in rund 140 Varianten vorhanden ist und die es in Russland nicht gibt, wurde im russischen Außenministerium mitgeteilt.

    Die Struktur und das Massenspektrum der Substanz, die im Westen „Nowitschok“ heißt, seien erstmals im Jahr 1998 in der spektralen Datenbank des Amerikanischen Nationalen Instituts für Standards (American National Standards Institute - ANSI) vorgestellt worden, hieß es.

    „Bezeichnenderweise sind Angaben zu diesem Stoff vom Forschungszentrum des US-Verteidigungsministeriums aus dorthin gelangt. Später wurde auf der Grundlage der genannten Substanz eine ganze Familie toxischer Chemikalien entwickelt, die nicht unter die Wirkung der Chemiewaffenkonvention fallen. Mit diesen Stoffen befasste man sich nicht nur in Amerika, sondern auch in mindestens weiteren 20 Ländern des Westens. Nowitschok ist also eine rein westliche Marke. Die Substanz wurde in diesen Ländern synthetisiert und ist dort vorhanden – in etwa 140 Varianten. Wir haben so etwas nicht“, heißt es in einem Kommentar auf der Webseite der russischen Außenministeriums.

    Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) hatte zuvor erklärt, dass im Körper von Alexej Nawalny eine Substanz nachgewiesen worden sei, die nach ihren Eigenschaften dem Nowitschok analog, jedoch nicht in der Liste verbotener Chemikalien erfasst sei.

    Die Bundesregierung vertritt die Auffassung, dass die OPCW-Erklärung zum Fall Nawalny seine Vergiftung mit einem Stoff aus der Nowitschok-Gruppe bestätige, räumt jedoch ein, dass diese Substanz nicht auf der Verbotsliste stehe. Das russische Außenministerium erklärte, die Geschichte um Nawalny sei nach einem im Voraus erstellten konspirologischen Szenario fortgesetzt worden. 

    Der russische regierungskritische Blogger Alexej Nawalny hatte am 20. August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau das Bewusstsein verloren, woraufhin das Flugzeug umgehend in der Stadt Omsk notgelandet war. Er wurde in ein Omsker Krankenhaus gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt. Örtliche Ärzte stellten bei ihm schwere Stoffwechselstörungen fest, deren Ursache unklar war. Giftspuren wurden weder im Blut noch im Urin nachgewiesen.

    Später wurde der 44-Jährige auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt.

    Die Bundesregierung teilte unter Berufung auf Bundeswehr-Mediziner mit, dass bei Nawalny Spuren eines Nervengifts aus der Nowitschok-Gruppe festgestellt worden seien. Beweise wurden bislang nicht vorgelegt. Berlin zufolge wurden die Schlussfolgerungen deutscher Experten in Labors in Schweden und Frankreich bestätigt.

    Eine Anfrage Moskaus, detailliertere Informationen zu Nawalnys Testergebnissen zur Verfügung zu stellen, blieb ohne Antwort.

    Am 23. September hatte die Berliner Charité die Entlassung Nawalnys aus der stationären Behandlung bekanntgegeben.

    ls/ae

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    Tags:
    Bundesregierung, OPCW, Alexej Nawalny, Verteidigungsministerium, Außenministerium Russlands, USA, Russland