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    Fall Nawalny: Streit um Vergiftung des Kreml-Kritikers (124)
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    Der Chef-Toxikologe der Region Omsk und des Sibirischen Föderalen Bezirks, Alexander Sabajew, schließt aus, dass der Alkoholwert in der Urinprobe Alexej Nawalnys durch innere Prozesse im Körper entstanden ist.

    Nach Angaben des Arztes wurden anhand von Proben 0,2 Promille Alkohol im Urin Alexej Nawalnys festgestellt, als er in das Omsker Krankenhaus gebracht wurde. Im Blut wurde kein Alkohol nachgewiesen. Dieser Wert sei objektiv, da er von einem Computer bestimmt werde, so Sabajew.

    „Er hatte Alkohol im Urin, aber nicht im Blut. Dies deutet darauf hin, dass der Alkohol schon im Abbaustadium war. Der Patient war nicht betrunken, hatte aber vielleicht einige Stunden zuvor Alkohol konsumiert, höchstwahrscheinlich sechs oder acht Stunden zuvor“, erklärte Sabajew.

    Die Ausscheidung des Alkohols aus dem menschlichen Körper verlaufe mit einer durchschnittlichen Rate von 0, 12 Promille pro Stunde, erklärte der Toxikologe.  Bei Nawalnys  Aufnahme im Omsker Krankenhaus hätten die Begleitpersonen des Bloggers jedoch einen vermutlichen Alkoholkonsum bestritten.

    Sabajew betonte, es sei unbekannt, was genau konsumiert wurde. Es könne französischer Wein, teurer armenischer Brandy oder „ein üblicher Mondschein“ sein. „Es ist Ethylalkohol, genauer wissen wir es nicht.“

    Ihm zufolge ist es möglich, dass das Aceton in Nawalnys Körper durch den Abbau von Alkohol entstanden ist.

    Fall Nawalny

    Der russische regierungskritische Blogger Alexej Nawalny hatte am 20. August auf einem Flug von Tomsk nach Moskau das Bewusstsein verloren, woraufhin das Flugzeug umgehend in der Stadt Omsk notgelandet war. Er wurde in ein Omsker Krankenhaus gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt. Örtliche Ärzte stellten bei ihm schwere Stoffwechselstörungen fest, deren Ursache unklar war. Giftspuren wurden weder im Blut noch im Urin nachgewiesen.

    Später wurde der 44-Jährige auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt.

    Die Bundesregierung teilte unter Berufung auf Bundeswehr-Mediziner mit, dass bei Nawalny Spuren eines Nervengifts aus der Nowitschok-Gruppe festgestellt worden seien. Beweise wurden bislang nicht vorgelegt. Berlin zufolge wurden die Schlussfolgerungen deutscher Experten in Labors in Schweden und Frankreich bestätigt.

    Eine Anfrage Moskaus, detailliertere Informationen zu Nawalnys Testergebnissen zur Verfügung zu stellen, blieb ohne Antwort.

    Am 23. September hatte die Berliner Charité die Entlassung Nawalnys aus der stationären Behandlung bekanntgegeben.

    Am Freitag hat der russische Außenminister Sergej Lawrow Deutschland für eine mangelnde Zusammenarbeit kritisiert. Aufgrund fehlender Fakten könne Russland keine Nachforschungen im Fall Nawalny anstellen.

    ekn/ae/sna

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